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Plane verhindert Abkühlung Eine Nachtdecke für ein Schwimmbad in Melle

Von Norbert Wiegand | 04.07.2014, 12:49 Uhr

Seit einer Woche wird die Wasserfläche des Riemsloher Freibades von abends 19 Uhr bis morgens 7 Uhr abgedeckt. Die beiden Planen sollen den nächtlichen Energieverlust reduzieren.

Schwimmmeister Volker Beinke hat beim Ablesen des Zählers bereits jetzt einen deutlichen Rückgang des Energiebedarfs festgestellt. Die Krukumer Biogasanlage von Bio-Construct heizt das Freibadwasser während der gesamten Badesaison auf angenehme 28°C.

Der für diesen Temperaturlevel benötigte Energieaufwand wird künftig geringer - und damit auch die Energiekosten, die die Stadt zu zahlen hat. Denn anders als vielfach vermutet, handelt es sich bei den Energielieferungen von Bio-Construct nicht um überschüssige Abwärme oder gar Abfallwärme, sondern um gezielt erzeugte Heizenergie, die sich das Unternehmen bezahlen lässt.

„Die beiden Planen kosten 38.000 Euro, dazu kommen weitere 10.000 Euro für die so genannte Einhausung“, informierte der Jürgen Krämer als Sprecher der Stadt über die Investitionshöhe. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung hatte zuvor ergeben, dass die Planen eine jährliche Energie-Einsparung von 20.000 Euro bringen.

Die dreischichtige Dämmfolie ist sechs Millimeter stark. Sie wird von der vandalismussicheren Einhausung über Laufschienen zum Beckenrand geschoben und dann auf der Wasseroberfläche ausgerollt. Die Geometrie (L-Form) des Riemsloher Bades erfordert zwei unterschiedlich lange Bahnen. Nach ersten Erfahrungen brauchen die Schwimmmeister für das tägliche Ausrollen und Einrollen der dicken Planen jeweils rund ein halbe Stunde.

„Eine Beckenabdeckung ist bereits vor zehn Jahren erstmals diskutiert worden, war aber seinerzeit wegen der damaligen Energiepreise noch nicht wirtschaftlich“, erklärte Christian Elscher vom Amt für Familie, Bildung und Sport. Wegen der hohen Wassertemperatur, der kleinen Beckenoberfläche und der längeren Öffnung vom 1. Mai bis zum 30. September sei die Anschaffung einer Plane für das Riemsloher Freibad besonders sinnvoll.

„Die erste Prüfung der Angebote von zwei Fachfirmen ergab eine Amortisationszeit der Investition von zwei bis drei Jahren“, blickte Elscher auf die Gründe für die Entscheidung vor einem Jahr zurück. „Auch wenn das Sponsoring des örtlichen Energieliefer-Unternehmens zu einer etwas geringeren tatsächlichen Einsparung führt, rechnet sich die Investition in etwa vier Jahren.“