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Objekte aus Blei und Holz Meller Uwe Thölmann fertigt Kunstvolles aus Lettern

07.01.2015, 12:21 Uhr

cew Melle. Uwe Thölmann hat einen traditionsreichen Beruf erlernt: Schriftsetzer. Moderne Computertechnik ersetzt jedoch heute das Handwerk. Die alten Lettern ungenutzt in ihrem Setzkasten zu belassen, widerstrebt dem Meller allerdings.

„Bei der Druckerei Scholten in Melle habe ich meine Ausbildung gemacht“, erklärt Thölmann. Er war sein Berufsleben lang von Lettern in Blei und Holz umgeben und hat ihre vielfältigen Schriftarten kennen und schätzen gelernt. Als die Druckerei schloss, erstand er die Lettern. Ungezählte aus Blei, leichterem Holz oder Kunststoff, in verschiedenen Größen, in Setzkästen. Ihren Wert wieder aufleben zu lassen, die Schönheit der Schriften zu unterstreichen, ob solo oder in Kombination mit anderen Materialien, ist ihm ein besonderes Anliegen.

So entstehen individuelle Stücke für Familie und Freunde. Thölmann arbeitet etwa Bleilettern in eine Buchseite ein. Als Buchstabensalat oder Text. Spiegelverkehrt versteht sich, denn so funktioniert der Buchdruck nun mal. Um den gesetzten Text lesen zu können, gehört ein wenig Übung dazu.

Eine einmalige Idee sind die Spiegel-Kästchen aus Holz. Thölmann hat sie im Inneren mit Texten oder Botschaften gefüllt. Im Spiegel, der sich im Deckel des Kästchens befindet, ist der Text lesbar. Was auffällt, ist das Gewicht der kleinen Kästen. „Die Bleilettern sind eben nicht leicht.“

Sehr gerne kombiniert er die alten Buchstaben aus Blei mit betagtem Eichenholz. „Mir gefällt einfach die Kombination.“ Auf einem Stück altem Fachwerkbalken entstand aus Bleilettern der Spruch „Öffne das Tor“, der im Zuhause eines guten Freundes einen willkommenen Platz fand.