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„Natur AG“ der Jägerschaft Kinder bringen in Melle Nistkästen an

Von Stefan Fockenberg | 13.12.2013, 19:03 Uhr

Dritt- und Viertklässler, die lieber dicke Bretter statt in der Nase bohren, die nicht nur Mama, sondern auch mal eine Rotbuche umarmen, das ist ganz und gar nichts Ungewöhnliches. Zumindest nicht in der „Natur AG“ der GHS Dort lassen sich derzeit 25 Grundschüler/innen einmal in der Woche während der Nachmittagsbetreuung für die heimische Natur begeistern.

„Wir wollen den Kindern die Natur einfach näherbringen“, sagt Franz Hülsmann, der das Projekt gemeinsam mit Monika Schengber betreut. Der leidenschaftliche Jäger, den viele Schulkinder schon mit dem Infomobil der Meller Jägerschaft auf dem Schulhof haben anrücken sehen, und die Meller Naturführerin hatten vor über einem Jahr die Idee zu dem Projekt.

„Den Vögeln helfen“

Das wird von der Jägerschaft Melle betreut, die dabei von der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück finanziell unterstützt wird. So konnte Material für rund 100 Nistkästen angeschafft werden. Volker Tiemeyer von der SON steht Hülsmann und Schengber beratend zur Seite.

Die ersten zehn Nistkästen sind schon fertig. Von den Kindern hoch konzentriert auf kohlmeisenfreundliche 32 Millimeter gebohrt, werden sie derzeit an Bäumen im Bürgerpark, auf dem Friedhof, im Park des Altenheims, am Kindergarten und an der Kläranlage angebracht. Ein Futterautomat für Meisen, Finken, Kleiber, Rotkehlchen, Zaunkönig & Co. soll folgen, das Futter stiftet die Jägerschaft. „Uns geht es nicht nur darum, den Vögeln zu helfen, wir wollen sie auch beobachten und durch das ganze Jahr begleiten“, sagt Hülsmann.

Eben die Natur im Jahreslauf erleben, und das mit allen Sinnen. Das könne man auch wunderbar beim Keschern in der Uhle, beim Erforschen des verlassenen Nests der Westfälischen Wespe oder bei einer spielerischen Futtersuche aus der Vogelperspektive, findet Schengber. Sie denkt sich jede Woche neue Spiele und Aktionen aus - kein Unterricht eben, sondern großer Spaß.

War da noch was? Richtig, das Material für weitere 90 Nistkästen ist ja noch da. Die sollen schon bald anderen Vogelarten ein Heim bieten. Und das Projekt läuft ja volle zwei Schulhalbjahre. Das findet Viertklässler Florian übrigens prima: Er hat seinen Nistkasten im eigenen Garten aufgehängt. „Für den Bürgerpark mach ich einen neuen“, sagt er voller Begeisterung.