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Nachmieter für Saunaclub gesucht „Deja Vu“ in Melle-Westerhausen ist geschlossen

Von Christina Wiesmann | 03.02.2017, 13:02 Uhr

Lido Bar, Carat Club, Nachtclub Cleopatra – die Gewerbeimmobilie an der Kreuzung Osnabrücker Straße/Westerhausener Straße hatte in den vergangenen Jahrzehnten viele Namen. Seit Januar ist die zuletzt als „Saunaclub Deja Vu“ betriebene Gastronomie in Westerhausen geschlossen.

Auf der Homepage des Clubs steht kurz und knapp „Wir sind umgezogen“. Umgezogen, das bedeutet in diesem Fall, dass der Vorbesitzer nun einen neuen Club mit Namen „Golden Night“ in Herford betreibt.

„Es stimmt, ich habe zugemacht“, erzählt der Betreiber, der nach eigenen Angaben verheiratet ist und Familienvater und seinen Namen deshalb nicht in der Zeitung lesen will.

Etablissement auf zwei Etagen

 Aktuell bietet er den Saunaclub bei Ebay-Kleinanzeigen an . „Ich suche einen Nachmieter“, sagt er. Die Immobilie gibt er gerne „komplett“ an einen potenziellen Nachmieter ab.

3600 Euro soll die 1000 Quadratmeter große Gewerbeimmobilie im Monat kosten, hinzu kommen 950 Euro Nebenkosten für das Etablissement, das sich über insgesamt zwei Etagen erstreckt.

Angepriesen wird der Saunaclub im Internet mit entsprechenden Fotos, für 40000 Euro (Verhandlungsbasis) kann er samt Inventar übernommen werden.

„Er hat alles rausgerissen und komplett entkernt“

Inhaber Richard Wente bestätigt gegenüber dem „Meller Kreisblatt“, dass der Club geschlossen ist. Er gibt an, dass der Vertrag mit dem jetzigen Mieter noch bis Mai 2018 Gültigkeit hat. „Er wurde meinerseits nicht gekündigt“, betont Wente. Darüber, dass der jetzige Mieter zu seinem Einzug vor knapp neun Jahren alles grundlegend saniert hat, sagt Wente: „Ursprünglich war die Einrichtung im Landhausstil. Aber er hat alles rausgerissen und komplett entkernt.“

„Der hatte schon mal bessere Zeiten“

Dass der Mieter einen neuen Club in Herford an der Mindener Straße betreibt, weiß Wente. „Der zieht die Kundschaft jetzt wohl da hin.“ Über den Club in Westerhausen sagt Wente: „Der hatte schon mal bessere Zeiten, lief aber wohl immer noch ganz gut.“ Gemeint sind die Jahre 2015 und 2016, „da war der Parkplatz eigentlich immer voll“.

„Einmal im Jahr stand turnusmäßig eine Razzia an“

Ärger mit der Polizei habe es in den vergangenen Jahren kaum gegeben. „Einmal im Jahr“, sagt Richard Wente, „stand turnusmäßig eine Razzia an. Das hat es immer schon gegeben.“ Die Zeiten, in denen unter anderem Mädchen aus der Ukraine ohne gültige Arbeitserlaubnis beschäftigt waren und nach der Razzia in Abschiebehaft kamen, sind also offenbar vorbei.

Zu den Gerüchten, dass er die Immobilie veräußern möchte, sagt Wente weiter: „Ich wollte sie vor Jahren schon verkaufen. Und auch heute würde ich das wohl machen.“

„Verkaufen ja. Aber verschleudern? Nein!“

Aber nur komplett, mit angrenzendem Wohnkomplex, Parkplatz, Teichen und Garagen, wie er betont. 750000 Euro sollen Wentes Angaben zufolge von einem Makler aus Osnabrück für das Objekt veranschlagt worden sein.

„Verkaufen ja. Aber verschleudern? Nein!“, resümiert der Besitzer über einen möglichen Verkauf des bekannten Komplexes.