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Nach Neuwahl bleiben Sorgenfalten Vorstand des Stadtjugendrings Melle wieder komplett

Von Petra Ropers | 01.02.2017, 15:30 Uhr

Der Stadtjugendring Melle hat nach kurzer Vakanz einen neuen Vorsitzenden mit - seit fünf Jahren erstmals wieder - zwei Stellvertretern. Trotz des positiven Ausgangs der außerordentlichen Mitgliederversammlung bleiben jedoch Sorgenfalten in den Mienen des Vorstandes.

„Kurz und knackig“ sollte sich Wahl eines neuen Vorsitzenden gestalten. So zumindest kündigte es Bastian Horst in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender an. Es sollte anders kommen. Bei der Mitgliedsversammlung im November hatte Jan Meyer den Vorsitz des Stadtjugendrings niedergelegt. Ein Nachfolger fand sich zu diesem Zeitpunkt nicht. Der Vorstand habe deshalb die Vereine gebeten, Gespräche zu führen, erklärte Geschäftsführer Timo Käthner am Rande der Veranstaltung.

Schwierige Suche

Doch auch bei den Vereinen – nur 22 von rund 90 Mitgliedsvereinen und -Verbänden waren überhaupt bei der Versammlung vertreten – gestaltete sich die Suche schwierig: Auf seine Frage nach Wahlvorschlägen erntete Wahlleiter Herbert Linnemann-Grundmann zunächst anhaltendes Schweigen. „Wir sind die Interessenvertretung der Vereine und Verbände“, erinnerte Ina Beckmann, die 17 Jahre lang im Vorstand mitarbeitete und ihm noch immer mit Herzblut zur Seite steht. „Aber wir fühlen uns teilweise sehr allein gelassen.“

Und nicht nur sie fragte sich während der insgesamt anderthalbstündigen Sitzung: „Sollen wir überhaupt weitermachen?“ Für Jutta Dettmann gibt es nicht zuletzt aus politischer Erfahrung heraus daran keinen Zweifel: „Es sollte eine Stimme geben für die Vereine und Verbände, die Jugendarbeit betreiben. Man ist immer stärker, wenn man mit einer Stimme spricht.“

Doch der Stadtjugendring ist mehr als ein Sprachrohr, das die Interessen der Vereine und Verbänden in den politischen Gremien vertritt. Er organisiert auch Veranstaltungen, beteiligt sich am Ferienpass, fördert Projekte seiner Mitgliedsvereine und mehr. Trotzdem fehlt es nicht nur nach der Einschätzung von Jan Meyer vielfach an Rückhalt. Zumindest 22 Vereine und Verbände bewiesen mit ihrer Anwesenheit im Alten Stahlwerk jedoch diesen Rückhalt.

Geschäftsführer geht

Aus ihren Reihen kam nach engagierter und dabei durchweg konstruktiver Diskussion auch die Lösung zumindest für das vordringlichste Problem: Bastian Horst, bislang stellvertretender Vorsitzender, erklärte sich bereit, den Vorsitz zu übernehmen, falls ihm zwei Stellvertreter zur Seite stehen. Und die fanden sich wenig später bei der evangelischen Jugend. Steffen Brinkmann und Sarah Pleitner gehören künftig als stellvertretende Vorsitzende dem Vorstand an.

Geschäftsführer Timo Käthner komplettiert das Leitungsquartett – noch. Denn schon jetzt steht fest: Aus beruflichen Gründen muss er im November sein Amt abtreten. Und dann wird es erneut ernst im Stadtjugendring. „Ohne einen Geschäftsführer ist der Verein schlicht nicht mehr handlungsfähig“, warnte Käthner. Frühzeitig soll deshalb die Suche nach einem Nachfolger beginnen. Wer mitwirken, etwas organisieren oder auch einfach nur zuhören und sich informieren möchte, der ist übrigens jederzeit bei den monatlichen Sitzungen des Vorstandes willkommen. Auch über ein solches Zeichen des Rückhalts würden sich die Vorstandsmitglieder freuen.