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Mit Festakt und Schulfest Meller Wiehengebirgsschule feiert 60-Jähriges

Von Michael Hengehold | 27.06.2014, 16:05 Uhr

Ihr „2x2x3x5“-jähriges Jubiläum hat am Donnerstag und Freitag die Wiehengebirgsschule gefeiert. Am Donnerstag mit einem Festakt, am Freitag mit einem großen Schulfest.

2x2x3x5 ergibt 60, hatte Schulleiter Axel Mittelberg in seiner Eröffnungsrede vorgerechnet und ein wenig mit der Zahl 60 herumgespielt. Mittelberg begrüßte zahlreiche Gäste, darunter viele Kollegen aus anderen Schulen, Ex-Kollegen und ganz besonders die langjährige Schulleiterin Elisabeth Katzer, die die Schule vor ihm 16 Jahre geführt hatte.

Bevor dann Gerd-Jürgen Thoms von der Niedersächsischen Landesschulbehörde sein Grußwort vortrug, sang der Schülerchor das Lied „WG-WG-WGS“ – die drei letzten Buchstaben stehen für „Wiehengebirgsschule“ und erfreuten in der zweiten Strophe mit der Variation „Mittel-Mittel-Mittelberg“.

Thoms ließ die Geschichte der Einrichtung Revue passieren, die als „Hilfsschule“ 1954 gestartet war, dann „Sonderschule“ wurde und heute als „Förderschule“ firmiert. Es sei damals keineswegs selbstverständlich gewesen, sich gehandicapter Kinder anzunehmen, lobte Thoms. Allerdings verschwieg er auch nicht, dass die Entwicklung in Zeiten der Abschaffung von Förderschulen und einhergehend der Inklusion alle Beteiligten fordere „und das wird noch eine Weile so bleiben“.

Als stellvertretender Landrat – die Schule steht in Trägerschaft des Kreises – erinnerte Frank Hünefeld an das Gründungs- und WM-Jahr 1954. Er hob die „tatkräftige Schulleitung und das engagierte Kollegium“ hervor, das weitaus mehr tue, „als ,nur‘ zu unterrichten“.

Die Förderschulen in Deutschland seien ein System, „um das uns viele beneiden“, sagte anschließend Melles neuer Bürgermeister Reinhard Scholz: „Viele Eltern hängen an solchen Einrichtungen.“ Ihm werde zu viel über Strukturen und Strukturveränderungen gesprochen, so Scholz, „aber es geht um die 45 Minuten – was da abläuft.“ Und wünschte „bei aller Unsicherheit, die derzeit über Ihnen schwebt, für die nächsten zehn Jahre alles Gute“.

Die Reihe der Redner setzte sich fort, immer wieder aufgelockert durch Darbietungen der Schüler, die einen Tanz zu „Mr. Sandman“ zeigten, „Schön ist es auf der Welt zu sein“ und vom „knallroten Gummboot“ sangen.

Ein anrührendes Grußwort sprach Ramona Ramsbock als Vorsitzendes des Schulelternrats, die klar betonte: „Die Inklusion wird von uns Eltern sehr kritisch gesehen.“ Große Sympathie erfuhr anschließend Niklas Tiedemann, ein ehemaliger Schüler, der schilderte, wie es ihm seither ergangen ist. Nachdem er seinen Hauptschulabschluss gemacht hat, absolvierte er eine Lehre als Einzelhandelskaufmann und leitet heute den Backshop in einem örtlichen Discounter: „Und wer weiß, vielleicht werde ich ja mal Filialleiter.“

Für Heiterkeit sorgten die folgenden beiden Beiträge: eine Art Rap-Kanon der Lehrer, die Sprüche wie „Der hat mich gehauen“, „Ich habe mein Heft vergessen“ oder „Ich brauche einen Kühl-Akku“ sozusagen kanonisierten. Und bevor der Schülerchor das Schlusslied „Wenn ich fröhlich bin“ anstimmte, sorgte Lehrerin Maria Jelinek mit ihrem ganz eigenen Rückblick für Lacher. Etwa, wie sie erstmals am Meller Bahnhof in ein Taxi stieg: „Zur Sonderschule!“ „Sonderschule? Häb wi hier näch. Oaber wi häb ne Hilfsschule!“