Ein Artikel der Redaktion

Mit „Cheerleader-Effekt“ Kneipenabend vereint Meller und Ex-Meller

27.12.2015, 15:56 Uhr

Ein recht entspanntes Weihnachtsfest haben die Meller Feuerwehren und die Polizei verbringen können. Die Einsatzkräfte mussten zu einem kleineren Brand am Heiligen Abend ausrücken sowie zu einem Unfall am ersten Weihnachtsfeiertag.

„Über die Feiertage ist nicht Großartiges passiert,“ resümierte ein Sprecher der Polizei am Sonntag. In Melle und in den Stadtteilen habe es keine außergewöhnlichen Einsätze gegeben: „Eine ganz entspannte Einsatzlage,“ erklärte der Polizeisprecher auf Nachfrage unserer Redaktion.

Wenig spektakulär sind die Feiertage auch für die Meller Feuerwehren verlaufen. An Heiligabend ist zur Mittagszeit das Pelletlager eines Unternehmens am Herrenteich in Brand geraten. Die Ortsfeuerwehren Melle-Mitte und Bakum brachten den Brand schnell unter Kontrolle.

Anwohner wurden auf eine ungewöhnliche Rauchentwicklung aus einem Fenster an der Werkshalle aufmerksam und wählten daraufhin den Notruf 112. Die Regionalleitstelle alarmierte die Ortsfeuerwehr Melle-Mitte mit dem Stichwort „Verdächtiger Rauch“.

Cocktail-Taxi

Vor Ort stellten die Einsatzkräfte fest, dass es sich um einen Schwelbrand im Pelletlager einer Heizungsanlage handelte. Wegen der starken Rauchentwicklung in dem Gebäude wurden weitere Atemschutzgeräteträger der Ortsfeuerwehr Bakum hinzugezogen. Bis zu acht Einsatzkräfte waren zugleich unter Atemschutzgeräten im Einsatz. Der Brand in den Pellets konnte schließlich abgelöscht werden, indem das Lager mit einem Schaumteppich überzogen wurde. Außerdem setzte die Feuerwehr zwei Lüfter ein, um die Werkshalle vom Rauch zu befreien.

Unterwegs in der Gruppe

Wesentlich mehr Betriebsamkeit herrschte hingegen am Abend vor dem Fest: Über Manches Bescheid zu wissen, ist praktisch. Denn: Wer in einer Gruppe unterwegs ist, wird allgemein als attraktiver wahrgenommen. Über diesen ganz besonderen Effekt berichteten einige junge Damen am Abend des 23. Dezembers in der Innenstadt. Lara und Johanna, Demi, Jolie, Nina, Lisa und Joanna kennen ihn: den „Cheerleader-Effekt“ – aus der Serie „How I met your mother“, wie sie verraten. Und der besagt, dass die Mitglieder einzelner Gruppen als attraktiv gelten, solange sie eben in der Gruppe unterwegs sind. Sind sie allein, geht auch ein Teil der Attraktivität flöten.

Glühwein schmeckt

Auch in der Innenstadt waren viele Gruppen unterwegs. Große und kleine, und allesamt, na klar, ziemlich attraktiv.

Bierwagen und Cocktail-Theken schmückten den Marktplatz, das Team des „Cocktail-Taxis“ hatte sogar ein prasselndes Kaminfeuer im Wagen parat. Nicht, dass das tatsächlich benötigt wurde. Bei ungewöhnlich milden Temperaturen war wohl kaum jemandem richtig kalt. Und dennoch: Der Glühwein schmeckte, weil er einfach dazugehört – auch wenn der eine oder andere überlegte, ihn mit Eiswürfeln und Schirmchen in einen Weihnachtscocktail zu verwandeln.

Auf dem Marktplatz und drum herum tummelten sich Meller und Ex-Meller. Denn so ist die Tradition: Zu Weihnachten kommen alle zum großen Umtrunk zusammen und ziehen durch die Kneipen der Innenstadt. Einige starteten vor dem „Schmitz“. So wie Christian und Bernadette Niehaus und Björn Ackermann. Ihr Ziel danach: der Marktplatz. „Ja, da gehen wir jetzt rüber“, verriet Bernadette gut gelaunt.

Großes Wiedersehen

Ein großes Wiedersehen ist der Abend in der Innenstadt. Pensionierte Lehrer treffen dann auf ehemalige Schüler, einige Eltern sind sogar gemeinsam mit ihren Kindern unterwegs, Vereine gehen gemeinsam auf Tour und wer dem Grönegau aus beruflichen Gründen den Rücken gekehrt hat, der trifft an diesem Abend seine Freunde aus der Jugendzeit wieder.

Bei dem einen oder anderen Glühwein, Bier oder Cocktail werden Erinnerungen an früher wieder lebendig und Neuigkeiten ausgetauscht. Grüppchen stehen beisammen, überall, so weit das Auge reicht. Friedlich und ganz schön harmonisch. Aber das könnte ja auch am Cheerleader-Effekt liegen.