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Mensch Melle: Ute Peperkorn Tausende Meller verdanken ihr das Sportabzeichen

Von Marek Majewsky, Marek Majewsky | 09.02.2017, 13:32 Uhr

Als „Mensch Melle“ ist auch Ute Peperkorn nominiert. Sie kümmert sich seit Jahren um die Abnahme der Sportabzeichen beim SC Auch wenn sie die Auszeichnung nicht gewinnt, steht in diesem Jahr ein Grund zum Feiern an.

Von Anfang Mai bis Ende September kann jeder, der die körperlichen Voraussetzungen mitbringt, ein Sportabzeichen erwerben. Einmal pro Woche treffen sich Sportler in dieser Zeit auf dem Platz des SC Melle – immer dabei: Ute Peperkorn. Drei Stunden verbringt sie pro Woche auf dem Sportplatz, plus Büroarbeit. Ende September arbeitet sie zwei Wochen durch, damit alle ihr Abzeichen erhalten können. Zwischen 3000 und 4000 Prüfungen hat die Ehrenamtlerin in neun Jahren abgenommen, schätzt sie. „Da bin ich so ein bisschen reingerutscht“, erzählt die zweifache Mutter, „zuerst wollte ich nur auf dem Sportplatz stehen, aber wie das so ist, habe ich mich irgendwann um alles gekümmert.“ Dabei ist sie trotz gesteigertem Arbeitspensum am Ball geblieben: „Als ich angefangen habe, musste ich um die 120 Abzeichen abnehmen. Allein im vergangenen Jahr waren es dann 608.“ Es zeigt sich: Die Latte liegt hoch. Ehrenamt ist Marathon, kein Sprint.

Gebiss überholt Athlet

Die Abzeichen absolvieren Menschen aus den unterschiedlichsten Altersschichten. Die jüngsten Teilnehmer sind sechs Jahre alt, nach oben ist keine Grenze gesetzt. Dass auch das ältere Semester für eine humorvolle Geschichte gut ist, zeigt folgendes Ereignis: Vor zwei Jahren war Ute Peperkorn dabei, als sich ein älterer Herr im Weitsprung versuchte und in der Luft feststellen durfte, dass sein Gebiss dabei war, ihn zu überholen.

Auf ihr Team ist Verlass

Für viele Meller ist das Sportabzeichen jedoch kein privates Vergnügen. Sie brauchen es zum Beispiel als Sprungbrett zur Feuerwehr, Polizei oder zum Zoll. Dementsprechend kann Ute Peperkorn durch ihr ehrenamtliches Engagement auch den Grundstein für viele Karrieren legen. Sie zeigt jedoch auch Mannschaftsgeist. Alleine sei diese Herkulesaufgabe nicht zu stemmen. Zwar trage sie die Verantwortung, doch neben einer größeren Gruppe von Ehrenamtlern stehe ihr ein enger Kreis von fünf bis sechs weiteren Personen regelmäßig zur Seite. „Auf die anderen kann ich mich jederzeit verlassen“, lobt sie ihr Team.

Abzeichen verfällt nach einem Jahr

Die Leistung für das Sportabzeichen kann immer im Verlauf eines Jahres erbracht werden. Das heißt, ab dem 1. Januar verfallen alle erbrachten Leistungen des Vorjahres. So kam es, dass das letzte Sportabzeichen 2016 an Silvester nur dreieinhalb Stunden vor Mitternacht absolviert wurde.

Käme sie als „Mensch Melle“ ganz oben aufs Treppchen, wäre das nicht der einzige Grund, in diesem Jahr zu feiern. Im Mai ist sie 20 Jahre mit ihrem Mann verheiratet, verrät sie. Neben dem starken Engagement beim SCM bewirtschaftet sie einen Hof in Niederschlochtern. Es gibt eine Urkunde, die belegt, dass der Betrieb mindestens seit dem Jahr 1648 besteht. Zudem ist sie leidenschaftliche Handwerkerin und bastelt von der Kommode bis zum Türknauf vieles für die eigenen vier Wände.

Wer noch für die Auszeichnung „Mensch Melle 2017“ nominiert wurde: