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Meller Tiefbauamtsleiter informiert im Ortsrat Was ist zu tun, wenn Buer unter Wasser steht?

Von Simone Grawe | 01.12.2015, 17:46 Uhr

Es ist ein schwieriges Thema, das immer wieder unter den Nägeln brennt. Was kann Buer tun, um nach Starkregenereignissen Überschwemmungen entgegenzuwirken? In der Sitzung des Ortsrates am Montag zeigte Tiefbauamtsleiter Thomas Große-Johannböcke Handlungskonzepte auf.

„An verschiedenen Stellen gibt es immer wieder Handlungsbedarf,“ stellte Große-Johannböcke fest. Der Grönegau sei durch eine wunderbare Hügellandschaft geprägt, erläuterte Große-Johannböcke in einem kurzen historischen Abriss: Wasser fließt herab und sammelt sich in niederen Gefilden. Mit dem Bau von Kanalnetzen sei versucht worden, die Problematik zu dimensionieren. Erst später sei die Rückhaltung in den Fokus gerückt.

Anhand einiger statistischer Daten verdeutlichte der Redner, dass Fremdwasserprobleme in Melle in der Vergangenheit nur selten auftauchten, die Wiederkehrhäufigkeit habe in der jüngsten Zeit jedoch immens zugenommen. So habe es im Zeitraum von fünf Monaten viermal einen Starkregen gegeben, vormals traten diese Ereignisse nur alle zwei Jahre auf. Große-Johannböcke wertete dies als ganz großes Problem, denn oftmals könnten die historischen Kanalnetze die Wassermengen nicht aufnehmen, so zum Beispiel der Suttbach. Hier ist die Vorflut eingeschränkt, sodass versucht werden müsse, das Wasser vorher zurückzuhalten. Große-Johannböcke wies ferner auf die Unterhaltungspflicht bei Gräben und privaten Kanälen hin.

Wo tauchen in Buer nach starken Regenfällen Probleme auf? Konkret nannte der Redner unter anderem das Regenrückhaltebecken im Bereich Brehmke, die Wiehengebirgsstraße, die Stüvestraße, das Buersche Feld, die Straße „In den Höfen“, die Weidestraße und den Suttbach. Große-Johannböcke nannte dem Ortsrat Lösungsvorschläge, die das Gremium dankbar annahm.

Gerade der Dialog zwischen der Landwirtschaftskammer und den Landwirten sei dabei besonders wichtig, stellte der Tiefbauamtsleiter fest.

Ein weiteres Thema war die bevorstehende Überprüfung der Kleinkläranlagen in Buer, wobei Große-Johannböcke mit einigen Zahlen überraschte. Allein 2800 Kleinkläranlagen gebe es in Melle und den Stadtteilen, über die rund 10000 Personen versorgt werden; mithin also rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung von Melle, was auf die ländliche Struktur zurückzuführen sei, betonte Große-Johannböcke.

Nachdem der Landkreis vor zwei Jahren in Gesmold mit der Überprüfung der Anlagen begonnen habe, sei nun im kommenden Jahr Buer an der Reihe. Hier gibt es exakt 625 Kleinkläranlagen, was einem Anteil von 22 Prozent entspricht, die nunmehr auf ihre Zulassung und Zustand geprüft werden. Ob ein Anschluss an das öffentliche Kanalnetz infrage kommt oder ob die Anlagen saniert werden müssen, werde dabei von Fall zu Fall geklärt. Die Frage der Wirtschaftlichkeit spiele dabei eine nicht unerhebliche Rolle, sagte Große-Johannböcke. Oftmals seien Wege und Leitungen jedoch zu lang, als dass sich ein Anschluss lohne.

Zu Beginn der Überprüfung lädt der Landkreis im ersten Quartal zu einer Info-Veranstaltung ein, kündigte Große-Johannböcke an.