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Luthers Leben Jahrelange Handarbeit für Ausstellung in Melle

Von Marek Majewsky, Marek Majewsky | 12.02.2017, 17:23 Uhr

Die jahrelange Arbeit von Marlies Hinck wird in der St. Petri-Kirche ausgestellt. Egli-Figuren erzählen zum Reformationsjubiläum das Leben Martin Luthers in verschiedenen Stationen.

Seit 25 Jahren modelliert Marlies Hinck sogenannte Egli-Figuren. Die gesichtslosen Gestalten müssen in stundenlanger Handarbeit hergestellt werden.

Die Werke von Marlies Hinck werden nun zu Ehren Martin Luthers präsentiert. Um die 60 Figuren können bewundert werden. Für das Lutherjahr hat die Mellerin zusätzlich diverse Kostüme und 13 Szenerien hergestellt, in denen das Leben und Wirken von Martin Luther veranschaulicht wird. Die Figuren stellen zum Beispiel dar, wie Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg nagelt oder der Reichsbann über ihn ausgesprochen wird.

Für einen Monat werden die Kunstwerke nun in der St. Petri-Kirche in Melle-Mitte ausgestellt. Interessierte können täglich von 15 bis 18 Uhr sowie zusätzlich mittwochs und samstags von 10.30 bis 12.30 Uhr die Ausstellung besuchen.

„Ich habe einfach Spaß an der Gestaltung der Figuren“, erklärt Hinck ihr langjähriges Interesse. Einmal im Jahr besucht sie einen Werkkurs, bei dem die Figuren gestaltet werden.

„Die Figuren haben keine Gesichter, weil sie durch ihre Bewegung für sich sprechen“, erklärt die Künstlerin. Um die Figuren herzustellen, wird zunächst ein Seil mit Draht durchzogen. Anschließend wird das Grundgerüst mit einem Stoff überzogen. Für Standfestigkeit sorgen Bleifüße, der Kopf besteht aus Styrodur. Mit diesem Aufbau können die Puppen jede Haltung einnehmen, zu der wir Menschen auch imstande sind.

Benannt sind die Figuren nach ihrer Erfinderin. Die Schweizerin Doris Egli entwickelte das Konzept seit den 60er-Jahren immer weiter, wobei die Materialien zur Herstellung nahezu identisch geblieben sind.

Wer Lust hat, selbst Egli-Figuren zu bauen, kann sich bei Marlies Hinck melden; entweder per E-Mail an Marlies.Hinck@osnanet.de oder telefonisch unter der Nummer 05422/43780. Der Kurs findet am ersten Märzwochenende statt und kostet knapp 190 Euro. Darin sind die Materialkosten enthalten.