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Lesestoff unter Schwalbennestern Dielenflohmarkt für die Stadtbibliothek in Melle

Von Conny Rutsch | 20.07.2014, 18:33 Uhr

Hier gibt es alles. Alles, was des Lesers Herz begehrt. Und das auch noch für kleines Geld. Am Wochenende öffnete Heidi Finke-Gröne wieder ihren Dielenflohmarkt.

Zugunsten der Stadtbibliothek verkauft sie zusammen mit Ehrenamtlichen vom Förderverein Bücher über Bücher.

„Inzwischen sind wir dreimal im Jahr am Start“, erzählt sie, während sie die lesebegierigen Kunden berät.

Und wie fing es eigentlich an?

1994 hatten einige Frauen die Idee zur Gründung eines Vereins, der die damals noch in den Kinderschuhen steckende Bibliothek in Melle unterstützen sollte. „Zu der Zeit war die Bibliothek in Containern untergebracht, und die Bücher für die Jugendlichen an einer Schule“, erzählt Heidi Finke-Gröne.

Da hieß es für sie und ihre Mitstreiterinnen anzupacken. Im Klartext heißt das, Bücher zu sammeln. „Immerhin dauerte es zehn Jahre, bis wir ein vernünftiges Sortiment zusammengetragen hatten“, erzählt sie. Heute stehen geschätzte 15000 Bücher in den Regalen der idyllischen Fachwerkdiele eingangs des Grönenfeldes in Buer.

Romane, Kinderbücher, Politik und Geschichte, Kunst, Sport, Kochen, sogar alte Lexika vom Ende des vorvorigen Jahrhunderts liegen hier. Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Jeder, der sich zu Hause von ausgelesenen Büchern trennen möchte, kann sie hier auf den Hof bringen. „Sie sollten allerdings nicht zerfleddert und unansehnlich sein“, bittet die Hüterin der vielen Bände. Von einem Euro für ein Taschenbuch bis zu fünf Euro für einen riesigen Bildband kann hier jeder Stoff zum Lesen finden.

„Wir haben mit Absicht keine Altersangabe für die Bücher gemacht“, erklärt Heidi Finke-Gröne. Schließlich würde sich der Förderverein damit so manches mögliche Schätzchen durch die Lappen gehen lassen.

Seit sieben Jahren öffnet der Dielenflohmarkt inzwischen das große Tor, und das im dritten Jahr an drei Wochenenden jährlich. Zusätzlich ist der Förderverein auch auf dem Weihnachtsmarkt, dem Buer Markt und anderen örtlichen Feierlichkeiten unterwegs.

„Das ist ganz selten, dass so ein umfangreiches Sortiment an gebrauchten und guten Büchern zu finden ist“, staunt eine Wallenhorsterin beim Herumstöbern. Dieser Dielenflohmarkt hat sich weit über den Grönegau herumgesprochen.

Und während im Stall nebenan die Pferde ihre Ruhe vor den plagenden Bremsen genießen, fliegen die Schwalben ihre Runden über die Lesebegierigen, die bei Kaffee und Kuchen auf Strohballen die Qual der Wahl im Reich der Literatur pflegen.