Ein Artikel der Redaktion

Legehennenhaltung diskutiert Fachtagung in Melle: Eierpreise sinken

12.06.2018, 11:41 Uhr

pm/aweMelle Rund 130 Landwirte und Branchenvertreter nahmen jetzt am „Federweiser Legehennen-Symposium“ der Agravis Raiffeisen AG in Melle teil. Gemeinsam mit ihren Kunden und Interessenvertretern diskutierten mehrere Argravis-Mischfuttergesellschaften zum vierten Mal über aktuelle Fragen der Legenhennenhaltung.

Die fünf Gesellschaften produzierten im vergangenen Jahr rund 420000 Tonnen Geflügelfutter. Gut 40 Millionen Hennen legten 2017 in Deutschland etwas mehr als zwölf Milliarden Eier.

Tiergerechtheit, Tiergesundheit und Tierschutz

Maria-Johanna Schaecher, Vorstandsmitglied der Agravis Raiffeisen AG, hob in ihrer Begrüßung die Agravis-Konzepte und Mehrwertlösungen wie das Portal „myfarmvis“ und „Zukunft Füttern“ hervor, die mit dem bereichsübergreifenden Know-how im Unternehmen entwickelt wurden „und wesentlich zum Erfolg unserer Kunden beitragen“, betonte Schaecher.

In der von Gustav Große-Gödinghaus, Geschäftsführer der Agravis Mischfutter Ostwestfalen-Lippe, moderierten Veranstaltung warf Robby Andersson von der Hochschule Osnabrück einen Blick in die Haltungsbedingungen der Zukunft. Er gab einen Überblick über die aktuelle Forschungsarbeit und spannte dabei den Bogen zur Praxis. Andersson skizzierte eine unter den Gesichtspunkten Tiergerechtheit, Tiergesundheit und Tierschutz optimierte Legehennenhaltung, die auch ökonomisch zukunftsfähig ist.

Henner Schönecke, Vorsitzender des Bundesverbandes deutsches Ei, ging auf die Herausforderungen und Perspektiven des Eiermarktes in Deutschland ein.

Überversorgung auf dem europäischen Markt

Trotz einer Überversorgung mit Eiern auf dem gesamten europäischen Markt rechnet Schönecke damit, dass der Selbstversorgungsgrad von rund 80 Prozent auf dem nationalen Markt trotz eines leichten Rückgangs im ersten Quartal 2018 erhalten bleibt und die deutschen Legehennenhalter sich somit werden behaupten können. Der Eierpreis auf dem nationalen Markt hat in den ersten Monaten des Jahres angesichts der wieder gestiegenen Kapazitäten und einer geringeren Nachfrage nachgegeben.

Wettbewerbsfähig und attraktiv bleiben

Angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Diskussion über Tierhaltung und Fleischverzehr sei eine schlagkräftige Verbandsarbeit heute mehr denn je erforderlich. Transparenz, persönliche Sachkunde und die enormen Forschungsaktivitäten nannte er beispielhaft für den hohen Leistungsstand der deutschen Eierwirtschaft. Sie müsse allerdings auch wettbewerbsfähig und attraktiv bleiben. Daher forderte er von den politisch Verantwortlichen Verlässlichkeit und Planungssicherheit ein zu Themen wie Tierschutz, Baurecht und Umweltauflagen ein.

Verzicht auf Schnabelbehandlung

Hans Rühmling, Geschäftsführer der Geflügelvermehrung Friedrichsruh, eröffnete die Reihe der Praxisberichte. Seit zwei Jahren verzichtet das Ostbeverner Unternehmen auf die Schnabelbehandlung bei Legehennen-Eintagsküken.

„Wir müssen sprechen“

„Wir müssen sprechen“, warb Rühmling abschließend um einen Dialog innerhalb des Netzwerkes aus Haltern, Vermehrern, Dienstleistern, Tierärzten und Kontrollbehörden. „Dann kriegen wir das hin.“

Aus Praxissicht baute Johanna Klaas auf den Ausführungen Rühmlings auf, indem sie schilderte, wie sie auf ihrem Hof in Meinerzhagen hinsichtlich Stallklima, Beschäftigung und Ernährungsstrategie vorgeht. Dabei vertraut der landwirtschaftliche Betrieb auf die Produkte der „Golddott“-Reihe.