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Land bewilligt zwei Millionen Grünes Licht für die Flurbereinigung in Melle

Von Simone Grawe | 23.06.2016, 15:50 Uhr

Darauf hat Melle sehnsüchtig gewartet: Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium gibt grünes Licht für die Einleitung der Flurbereinigung in Gesmold und Wellingholzhausen.

„Es ist ein großer Tag der Freude,“mit diesen Worten begrüßte Reinhard Scholz das positive Signal aus Hannover. Demnach gibt es jetzt den lang erhofften Startschuss für eine ökologische Neuausrichtung, die eine umfangreiche Sanierung des Wegenetzes, gezielte Projektes im Sinne des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie Maßnahmen zum Hochwasserschutz beinhaltet. Das Verfahrensgebiet mit einer Größe von etwa 1100 Hektar umfasst im wesentlichen den Bereich zwischen der A30 und der Landesstraße 95 mit den Ortschaften Dratum-Ausbergen, Uhlenberg, Wennigsen und Westberghöfen sowie kleinere Bereich in Himmern und Peingdorf. Betroffen sind rund 300 Eigentümer.

Viel Herzblut

Bei der Vorstellung des Projektes dankte der Bürgermeister dem Amt für regionale Landesentwicklung und dem Arbeitskreis für die konstruktive Begleitung und umfangreiche planerische Vorarbeit des Verfahrens, das nun mit der formalen Anerkennung aus Hannover in einem mehrjährigen Prozess umgesetzt werden könne.

Konkret hat das Land die geplanten Projekte zur Fließgewässerentwicklung und zum Wiesenvogelschutz als ausreichend anerkannt. Sie werden durch Bodenordnung und Landmanagement umgesetzt und finanziell unterstützt. Allein das Wegenetz soll auf einer Länge von rund 13 Kilometern neu geordnet und saniert werden: „Und davon profitieren nicht nur die Landwirte, sondern die Allgemeinheit,“ erklärte Ortsbürgermeister Michael Weßler.

„Mit der geplanten Flurbereinigung soll das Wirtschaftswegenetz an die heutigen Erfordernisse angepasst und Maßnahmen des Naturschutzes, der Landschaftspflege und zum Hochwasserschutz unterstützt werden,“ bekräftige Dezernatsleiter Friedrich Völler vom Amt für regionale Landesentwicklung. Zwar könne die Flurbereinigung nicht alles ausgleichen, aber wesentlich zum Interessenausgleich beitragen.

Die Kosten für die geplanten Maßnahmen bezifferte er mit rund zwei Millionen Euro, wobei die EU, der Bund und das Land das Verfahren mir 70 Prozent fördern. Das ist nun amtlich. Wenngleich noch in diesem Jahr mit der förmlichen Einleitung zu rechnen sei, rücken die Bagger wohl nicht vor 2018 an. Bis 2020 soll es aber „sichtbare Ergebnisse“ geben, vermuten die Planer.

Alle Teilnehmer der Runde sind sich einig, dass zahlreiche Menschen und die Natur von dem Verfahren profitieren werden: „Es lohnt sich, diesen Aufwand zu betreiben,“ stellte Michael Weßler gerade mit Blick auf die große Aufgabe des Hochwasserschutzes fest.

Äußerst beeindruckt zeigte sich Projektleiter Udo Sakuth über den engagierten Meinungsbildungsprozess und über die Leidenschaft, mit der sich die betroffenen Landwirte , aber auch die beteiligten Vereine und Institutionen in das Verfahren eingebracht hätten: „Da wurde viel Herzblut reingesteckt.“

Dabei habe es durchaus Anfangsschwierigkeiten gegeben, rief Stadtbaurat Malte Schönfeld im Hinblick auf das „ gewaltig zähe Verfahren “ in Erinnerung. Insbesondere Tiefbauamtsleiter Thomas Große-Johannböcke habe jede Menge Überzeugungsarbeit leisten müssen.

Kritische Stimmen habe es auch in Wellingholzhausen gegeben, pflichtete Ortsbürgermeister Bernd Gieshoidt nach vielen Gesprächen, Ortsterminen und Bereisungen bei: „Letztlich haben aber alle eingesehen, dass es etwas passieren muss.“ Mit dem Verfahren bestehe nunmehr die Chance auf zufriedenstellende Verbesserungen; einmal beim Hochwasserschutz, zum anderem mit Blick auf den Radweg an der Allendorfer Straße.

Lobende Worte gab es auch von Christof Diekmann vom Arbeitskreis, der die Flurbereinigung als wichtiges Verfahren bezeichnete: „Es ist für jeden etwas dabei, ob mit Blick auf den Hochwasserschutz oder den Radwegebau. Nicht zuletzt die Landwirte können von dem Neuzuschnitt ihrer Flächen profitieren.“