Ein Artikel der Redaktion

Kunstwerk beschädigt Wanderstab in Melle mehrfach angesägt

Von Simone Grawe und Christoph Franken | 07.02.2017, 15:43 Uhr

Ein oder mehrere Täter haben am Grönenbergpark den zwölf Meter hohen Wanderstab des Künstlers Volker-Johannes Trieb im unteren Bereich mehrfach angesägt.

„Vermutlich benutzte der Täter eine Handsäge“, erklärte Stadtsprecher Jürgen Krämer. Die Stadt hat den Sägebereich zunächst provisorisch mit einem Drahtgeflecht umgeben, um weitere Sägearbeiten zu verhindern. Nun wird untersucht, ob das Kunstwerk noch standsicher ist. Die Schnitte sind offensichtlich nicht frisch.

Der Wanderstab war 2011 zum 111. Deutschen Wandertages vor dem Bahnhof aufgestellt und zwei Jahre später wegen der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes wieder demontiert worden. Seine zwischenzeitliche Lagerung neben einem Klärwerksbecken hatte zu Protesten bei Trieb und anderen Kulturschaffenden geführt. Danach fand der Eichen-Stab seinen neuen Platz an der Else-Allee nördlich des Parks.

Erboster Künstler

Der Künstler reagierte erbost: „Ich bedauere es sehr, dass es in unserer Gesellschaft anscheinend Leute gibt, die es nicht ertragen können, dass ein solches Kunstwerk aufgestellt ist“. Die Eiche sei 200 Jahre alte gewesen, habe dann 500 Jahre als Tragbalken in einem Haus gedient und sei anschließend von ihm künstlerisch gestaltet worden.

Trieb regte angesichts der aktuellen Situation an, den Schnittbereich zu schienen und so die Zerstörung zu dokumentieren. „Wie damit umgegangen worden ist, sollte zu sehen sein.“

Standsicherheit gegeben.

Unmittelbar nach dem Hinweis eines Spaziergängers auf die Sägespuren nahm ein Statiker des städtischen Bauamtes das Objekt in Augenschein. „Er gelangte nach einer umfassenden Überprüfung zu der Erkenntnis, dass die Standsicherheit gegeben sei“, erklärte Krämer. Gleichwohl habe der Fachmann empfohlen, den Wanderstab langfristig mit geeigneten Maßnahmen zu sichern. Zurzeit prüft die Stadt, wie das am besten zu realisieren sei.