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Immer weniger Rückmeldungen Kulturring Melle möchte öfter zensiert werden

Von Michael Hengehold | 18.09.2019, 08:12 Uhr

Der Kulturring, der Theaterstücke, Lesungen und Konzerte nach Melle holt, erhält immer weniger Rückmeldungen auf die Inszenierungen von seinen Abonnenten. Er will deshalb neue Wege gehen. Darüber sprachen wir mit dem Vorsitzenden Ulrich Blankenfeldt, dem ehemaligen Leiter des Gymnasiums.

Mitglieder hat der Kulturring zwar nur 50, Abonnenten jedoch immer um die 470. "Das ist recht stabil und wackelt höchstens um fünf bis zehn", sagt Ulrich Blankenfeldt (79), "wenn es mehr werden, gibt es eine Warteliste". Der Vorsitzende wohnt zwar in Bad Essen, ist Melle aber nach 18 Jahren als Leiter des Gymnasiums immer noch verbunden.

Herr Blankenfeldt, worum geht es beim Kulturring?

Wir veranstalten in jeder Spielzeit sechs Theaterstücke und zwei Konzerte. Dabei legen wir Wert auf ein gewisses Niveau. Wir zeigen aber nicht nur Dramen, sondern auch mal eine Komödie oder einen Krimi. Außerdem veranstalten wir gelegentlich etwas außer der Reihe so wie am 18. Oktober die Oscar-Wilde-Lesung mit Charles Brauer und Christian Elsas in der Alten Stadthalle. Den Verein gibt es seit 1988, vorher war es eher ein loser Zusammenschluss. Die Anfänge liegen aber schon kurz nach dem Krieg, seit 1962 gibt es Abonnenten.

Und auf welche Art haben Sie bislang Rückmeldungen erhalten?

Im Programmheft gibt es immer einen Stimmzettel für alle Aufführungen zusammen. Den kann man im Rathaus abgeben oder dorthin schicken. Da kamen immer so um die 90 zusammen. Das ist aber rückläufig. 2011 waren es noch 87, 2016 nur noch 59 und für die Spielzeit 2018/19 kamen noch knapp 40 zurück. Da gab es eine Durchschnittsnote von 1,87. Über Zwei sind wir nie gewesen. Es gibt zwar auch schon mal eine Vier, Fünf und Sechs sind aber selten. Und natürlich hört man auch beim Rausgehen einiges. Ich gehe immer extra langsam zur Garderobe, um möglichst viel mitzukriegen (lacht).

Das klingt doch, als käme die Mischung bislang sehr gut an. Wie wollen Sie zukünftig für mehr Rücklauf sorgen?

Offenbar treffen wir den Geschmack des Publikums. Es ist für uns aber schwierig, junge Menschen zu gewinnen. Wir haben mal versucht, einen Jugendkulturring auf die Beine zu stellen, mit sehr viel Aufwand. Aber die Jugendlichen wollen wohl lieber ins Kino oder schauen aufs iPhone.

In der letzten Vorstands- und Mitgliederversammlung haben wir beschlossen, an den Ausgängen Flipcharts aufzustellen. Da kann man dann in drei Kategorien ein Kreuzchen machen: "Gut", "Mittel", "Schlecht". So bekommen wir eine unmittelbare Rückmeldung. Natürlich ist es aber keine Pflicht. Das wollen wir für diese Spielzeit ausprobieren. Im Programmheft gibt es aber weiterhin auch die Stimmzettel. Da haben wir dann unter Umständen eine Doppelnutzung. Und wir verlosen unter den Einsendern auch wieder ein Essen und zwei Buchgutscheine.

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