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Krankenhäuser brauchen mehr Geld CKM-Mitarbeiter in Melle protestieren

Von Simone Grawe | 23.07.2014, 16:35 Uhr

Rund 60 Mitarbeiter des Christlichen Klinikums haben Mittwochmittag für 15 Minuten ihre Arbeit unterbrochen und für eine „faire Krankenhausfinanzierung“ demonstriert. Sie beteiligten sich damit an der landesweiten Aktionswoche der 2/Drittel Kampagne „Es ist fünf vor zwölf“.

Mit Transparenten, Flyern, Plakaten und „Gute-Morgen-Tassen“ machten die Kollegen im Foyer auf die desolate Finanzsituation in den niedersächsischen Krankenhäusern aufmerksam: „Es ist fünf vor zwölf. Diese symbolische Zeit soll auf die dramatische Situation im Bereich der Krankenhausfinanzierung hinweisen,“ betonte Verwaltungsdirektor Christian Schedding.

Die wirtschaftliche Lage sei weiterhin angespannt. Fakt sei, dass zwei Drittel der niedersächsischen Krankenhäuser nicht oder nicht ausreichend in ihre Zukunft investieren könnten und sie damit in ihrer Existenz gefährdet seien. Vor diesem Hintergrund forderten die Mitarbeiter eine auskömmliche Finanzierung.

Minimalziel müsse dabei eine Anhebung des sogenannten Basisfallwertes sein, der auf Bundesebene bei 3156,82 Euro und landesweit bei 3117,3 Euro liegt: „Hätten unser Klinikum die Differenz von 40 Euro mehr, hätten wir Mehrerlöse von rund 350000 Euro jährlich“, rechnete Schedding vor.

„Wann immer das Leben uns braucht, wir sind für Sie da“: Nach diesem Anspruch nähmen die engagierten Mitarbeiter rund um die Uhr ihre Aufgaben wahr, führte der Verwaltungsdirektor aus und dokumentierte dies gleich an zwei Beispielen: So habe es vor zwei Wochen ein außergewöhnliches Ereignis gegeben. Binnen 25 Stunden gab es sieben Geburten, was seit Jahren nicht mehr der Fall gewesen sei: „Dieser besonderen Herausforderung hat sich das Haus personell und räumlich ebenso gestellt, wie dem Unfallpatienten, der nachts um 2 Uhr eingeliefert wurde. Er hat den gleichen Anspruch, versorgt zu werden,“ unterstrich Schedding.

„Unser Anspruch und Aufgabe ist es zu helfen, denn das höchste Gut des Menschen ist die Gesundheit“, erklärte er weiter. Dafür müsse das Personal rund um die Uhr da sein, aber das koste nun mal Geld.

Die Kollegen quittierten die Ausführungen des Verwaltungschefs mit Applaus, um anschließend in einer Schweigeminute innezuhalten. Unmittelbar danach gingen sie wieder zurück an ihren Arbeitsplatz: „Um die Patienten nicht im Stich zu lassen“, sagte Schedding.

Beifall von den Zuhörern gab es auch für Rudolf Benter von der Mitarbeitervertretung, der dazu aufforderte, die Petition „Mehr Geld für Caritas Beschäftigte“ zu unterzeichnen. Dieser Aufforderung folgten gleich mehrere Kollegen.