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Kleiner Junge mit ganz viel Mut Meller Keit Wiechert erhält Belobigung der DLRG

21.07.2014, 18:06 Uhr

cew Wellingholzhausen. Für den DLRG Landesverband Niedersachsen überreichte Klaus Pilkenroth am vergangenen Sonntag eine Belobigung an den zehnjährigen Keit Wichert. Dazu hatte er auch einen guten Grund, denn der Junge aus Buer hat im Familienurlaub durch sein selbstverständliches Handeln Unglaubliches geschafft.

Aber von vorn: Im Sommer 2013 verbrachte die Familie Wiechert ihren Urlaub auf einem Campingplatz an der holländischen Küste. Eines Abends war der Papa, Kai Wiechert, mit den drei Kindern auf dem Fahrrad unterwegs. Sie drehten eine Runde über den Campingplatz. Die beiden Jungs fuhren schon mal alleine ein Stückchen vor. Doch auch das Nesthäkchen, die damals sechsjährige Mo, wollte unbedingt ein wenig für sich allein fahren. Mit ihrem Fahrrad fuhr sie dabei über die Hafenkante direkt ins Wasser hinein. Ihr großer Bruder Keit hörte, was sich abspielte, und fackelte nicht lange. Beherzt sprang er in das kalte, etwa eineinhalb Meter tiefe Wasser und holte seine Schwester vom Grund des Bodens wieder hinauf.

Mama Uta erinnert sich: „Mit Nachbarn saß ich gemeinsam zusammen, als ich das ‚Platsch‘ hörte. Es war das Geräusch, als Keit ins Wasser sprang. Dass Mo kurz zuvor hineingefallen war, davon hat niemand etwas gehört.“ Umso beeindruckender ist die Tatsache, dass Keit überhaupt nicht lange überlegen musste, ob er ins Wasser springen soll. Ganz selbstverständlich hüpfte er hinein, tauchte und holte seiner Schwester hinauf. Ohne seine Hilfe und das rettende Handeln „ohne lange zu überlegen“ wäre diese Situation sicher nicht so glücklich ausgegangen. Das weiß auch der kleine Lebensretter: „Mo hing unter Wasser mit ihrem Rad fest und konnte sich nicht selbst befreien.“

Um dieses selbstlose Handeln zu würdigen, verlieh Pilkenroth dem kleinen Jungen die offizielle Belobigungsurkunde der DLRG, Landesverband Niedersachsen. Im Freibad in Wellingholzhausen, wo die Übergabe der Urkunde während des 24-Stunden-Schwimmens vorgenommen wurde, waren die Badegäste ganz aus dem Häuschen. Begeistert klatschten sie und jubelten Keit zu. Dem war so viel Trubel fast schon zu viel, denn: „Für jeden Menschen würde ich immer wieder ins Wasser springen. Das gehört sich so.“

Da musste auch die inzwischen siebenjährige Mo lächeln, die seit einiger Zeit bei der DLRG in Melle das Schwimmen lernt und, wie Mama Uta zu berichten weiß, „immer besser und sicherer dabei wird“.