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Kita-Mensa und Krippenplätze Wellingholzhausen: Steigender Bedarf in Kindertagesstätten

Von Petra Ropers | 04.04.2017, 12:39 Uhr

Die Kinderbetreuung ist weiter im Wandel begriffen: In Wellingholzhausen verzeichnet die Kindertagesstätte St. Ursula einen stetig steigenden Bedarf an Ganztagsplätzen. Zudem wächst im Stadtteil die Nachfrage nach Krippenplätzen.

Beide Entwicklungen beschäftigten den Ortsrat in seiner Sitzung, die er am Montag gleich in der Kita St. Ursula abhielt. Dort sieht sich das Team um Leiterin Tina Asbrock einem seit Jahren steigenden Bedarf an Ganztagsplätzen sowohl im Kindergarten- als auch im Krippenbereich gegenüber. Bereits 2011 nahm die Kita deshalb – zunächst für Kindergartenkinder – ein Ganztagsangebot in ihr Betreuungsangebot auf. Schon drei Jahre später kamen Anfragen auch für Krippenkinder.

Tischkultur wird erwartet

Ab August werden nun deutlich über 60 Kindergarten- und Krippenkinder über Mittag in der Kita bleiben. Das bedeutet: Über 60 Kinder müssen nicht nur „irgendwie“ verpflegt werden. Vielmehr sollten sie in ruhiger, angenehmer Atmosphäre essen können: „Essen ist nicht nur Nahrungsaufnahme“, betonte Tina Asbrock. „Wir erwarten eine gewisse Tischkultur und eine angemessene Unterhaltungslautstärke. Die Kinder sollen Selbstständigkeit lernen und sich gerne zum Essen hinsetzen.“

In den Gruppenräumen sind diese Ziele schon jetzt nur schwer zu erreichen. Für Kirchenvorstand und Leitungsteam steht deshalb fest: Die Kita St. Ursula braucht eine Mensa. Gleichzeitig sollen für das Personal Sozial- und Besprechungsräume entstehen. In etwa drei Wochen sollen erste Pläne des Architekten vorliegen, die eine Kostenschätzung erst möglich machen. Leicht ist seine Aufgabe nicht, wie Carsten Vossel vom Kirchenvorstand erklärte: „Wir wollen nicht noch einen Satelliten außen an den Baukörper anflanschen.“

In Pläne eingebunden

Ganz bewusst banden die Verantwortlichen Stadt und Ortsrat frühzeitig in ihre Pläne ein: „Ohne die Beteiligung der Kommune werden wir dieses Projekt nicht ansatzweise hinbekommen“, machte Vossel unmissverständlich deutlich. Im Ortsrat traf er damit auf offene Ohren. „Es ist dringend angezeigt, den Kindergarten so gut wie möglich aufzustellen“, betonte Herla Wendelin-Feindt (CDU).

Im Stadtgebiet sei das Projekt einer Kindergarten-Mensa bislang ein Novum, fügte Ortsbürgermeister Bernd Gieshoidt hinzu. Richtlinien gebe es deshalb noch nicht. Gieshoidt zeigte sich aber davon überzeugt, dass weitere Kitas dem Beispiel von St. Ursula folgen würden. Und nicht nur die Nachfrage nach Ganztagsplätzen steigt. Auch der Bedarf an Krippenplätzen wächst unaufhörlich. In Wellingholzhausen soll darauf schnell reagiert werden.

Mobile Raumlösungen

Bereits in seiner letzten Sitzung beschäftigte sich der Ortsrat mit Lösungsmöglichkeiten. Am Montag stellte der Ortsbürgermeister das Konzept vor, mit dem bereits ab August – zunächst in „mobilen Raumlösungen“ am WTV-Vereinsheim, durch die kein Platz auf dem Kindergartengelände verbaut wird – zwei Krippengruppen im Kindergarten Sonnenblume realisiert werden. Die Planungen sind bereits abgeschlossen. Für den Ortsrat steht allerdings unmissverständlich fest: „Das ist ein Provisorium und muss ein Provisorium bleiben.“