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„Kinderklappe“ im Zaun Wieder Flüchtlinge in Containern in Melle-Riemsloh

Von Norbert Wiegand, Norbert Wiegand | 02.02.2017, 14:15 Uhr

Die für Flüchtlinge von der Stadt gekauften Wohncontainer auf dem ehemaligen Festplatz an der Herforder Straße stehen nicht mehr leer. Dort wurden nach einer langen Phase des Leerstandes erstmals wieder zehn Personen einquartiert.

„Dabei handelt es sich um eine fünfköpfige Familie aus Syrien, zwei Personen von der Elfenbeinküste, eine Person aus Eritrea sowie eine Frau mit Tochter aus dem Irak“, berichtete Ortsbürgermeister Günter Oberschmidt (CDU) während der Sitzung des Ortsrates am Mittwochabend im Hotel Möller. „Für das gesamte Stadtgebiet sind noch 277 Zuweisungen zu erwarten, deshalb ist auch mit weiteren Einquartierungen in Riemsloh zu rechnen“, kündigte der Ortsratsvorsitzende an.

Teilsperrung nervt

Ansonsten gab es in der ersten Sitzung nach der Konstituierung mit neuer schwarz-gelber Mehrheit kein zentrales Thema. Dafür wurden viele kleine, aber wichtige Themen kurz und weitgehend einvernehmlich erörtert. So wünscht sich das Stadtteilparlament eine baldige Stellungnahme des Landesstraßenbauamtes zur bereits lange bestehenden Fahrbahnverengung an der Violenbrücke auf der Riemsloher Straße. „Dort sind Kraftfahrzeuge und Radfahrer durch eine Teilsperrung betroffen, es liegt noch kein Zeitplan für die Erneuerung der Radfahrerbrücke vor“, erklärte Oberschmidt im Bericht des Ortsbürgermeisters.

Loch im Zaun

Erfreut zeigten sich die Ortspolitiker darüber, dass ein Problem durch eine Privatinitiative fachmännisch beseitigt wurde: Das Loch im Zaun zwischen Spielplatz und Bolzplatz an der Jahnstraße führt jetzt nicht mehr dazu, dass sich Kinder beim Durchschlüpfen die Pullover aufreißen. Ein gelernter Tischler aus der Nachbarschaft hat nämlich in das Loch eine Klappe eingebaut, die wie eine Katzenklappe funktioniert.

„Eine Verkleidung der Pausengänge auf dem Schulhof ist wegen Sturzgefahren dringend erforderlich“, merkte Annemarie Koepsell (Grüne) an und wurde dabei von Annette Belke (CDU), Sprecherin des „Arbeitskreises Jugend, Schule, Sport“, unterstützt. Das Thema werde Ende Februar im Verwaltungsausschuss erörtert, hoffte auch Günter Oberschmidt auf eine Lösung im Sinne der Schule.

Wieder auf die Boulebahn

Ab Frühjahr kann die Riemsloher Boulebahn am evangelischen Gemeindehaus nach dem Abschluss der letzten Erdarbeiten wieder benutzt werden. Dort steht jetzt ein neues Gartenhaus zur Verfügung. Der Ortsratschef dankte allen ehrenamtlichen Helfern und den Sponsoren.

Die alljährlich wiederkehrenden Fördergelder zwischen 100 und 400 Euro aus Ortsratsmitteln für örtliche Vereine (insgesamt 2910 Euro) werden auch in der neuen fünfjährigen Wahlperiode beibehalten. Diesen Beschluss fasste das Stadtteilparlament. Eine Diskussion entwickelte sich zum Zusatzantrag des Heimatvereins, der 500 Euro Zuschussbedarf zur Renovierung seines neuen Vereinsraumes anmeldete. Der stellvertretenden Orstsbürgermeister Heiner Thöle (FDP) und Ulla Buermeyer (Grüne) plädierten für eine spätere Behandlung dieses Themas. „Mit einem so hohen Betrag würden wir schon zum Jahresanfang fast unser Restbudget aufbrauchen, aber wir sollten mit einem kleineren Betrag ein Zeichen zur Unterstützung des Vereins-Engagements setzen“, erwiderte Gerhard Boßmann (SPD). Schließlich entschied sich der Ortsrat einstimmig für eine letztmalige 300-Euro-Förderung.

Notizen aus der Sitzung:


  •  Freie Wohnungen: „In der neuen altersgerechten Wohnsiedlung „Belkes Feld“ stehen jetzt noch sieben Wohnungen zur Vermietung zur Verfügung“, berichtete Ortsbürgermeister Günter Oberschmidt. Die ersten vier Wohnungen sind bezogen, zwei neue Wohnungen bereits vermietet.
  •  Windmühlenweg: Der Windmühlenweg soll saniert werden. Der Ortsratsvorsitzende wies darauf hin, dass mit den Anwohnern auf einer Versammlung über die Ausgestaltung der Straße gesprochen wird.
  •  Bäume gefällt: An der Krukumer Straße hat der Bau eines neuen Hochbehälters für die Trinkwasserversorgung begonnen. Zur Vorbereitung der ersten Erdarbeiten wurden Bäume gefällt.
  •  Neue Internetseite: Einstimmig beauftragte der Ortsrat Peter Mittelberg (UWG) mit der Gestaltung einer neuen Stadtteil-Internetseite. „Die Seite soll für alle Endgeräte und sozialen Medien geeignet sein“, kündigte der Sprecher des Arbeitskreises „Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen“ an. Alle Vereine könnten die neue Plattform für Mitteilungen nutzen.
  •  Haltestelle Alte Post: Nach dem baldigen Neubau der derzeitigen Haltestelle „Post“ soll diese umbenannt werden. Mit einfacher Mehrheit von sechs Stimmen entschied sich der Ortsrat für die neue Bezeichnung „Alte Post“, die daran erinnern soll, dass es dort früher einmal eine Poststelle gab. Die Vorschläge „Post (4 Stimmen)“, „Belkes Feld“ (3), „Kastanienplatz“ (2) und „Lehmweg“ (0) konnten sich nicht durchsetzen.