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Im Stadtteil Buer Junge Menschen in Melle zeigen: Religionen verbinden!

Von Christoph Franken | 23.08.2019, 19:30 Uhr

Eigentlich sollte es nur ein integrationsförderndes Memo-Spiel à la Memory für den Meller Stadtteil Buer werden, aber dank des Engagements aller Beteiligten wurde mehr daraus: „Religionen verbinden!“ heißt jetzt auch eine Wanderausstellung, die ab Dienstag nächster Woche in der Martinikirche Buer zu sehen ist.

Die Idee zum Vorhaben stammt von Religionslehrerin Christine Oldemeyer, die auch im ev. Kirchenvorstand tätig ist. Die Lauter-Stiftung als Stiftung für Kinder, Jugendliche und Familien im Landkreis Osnabrück förderte das Projekt mit 3000 Euro. „Für das Stiftungs-Kuratorium war dieser Antrag schon was Besonderes“, berichtete Mirco Bredenförder als Vertreter der Stiftung. Doch dazu später mehr.

Die beiden Kirchen, beide Moscheen und den jüdischen Friedhof in ein Memo-Spiel einzubinden: Das war der ursrprüngliche Ansatz. Als Vorlage für die Pärchen-Bilder des Spieles dienten Detail-Aufnahmen aus dem Inneren der kath. Kirche St. Marien, der ev. St.-Matini-Kirche, der Fatih-Moschee, der Rahman-Moschee und des jüdischen Friedhofs. Dazu kamen noch Fotos der Stolpersteine am Standort der ehemaligen Synagoge und des jüdischen Friedhofs. Junge Leute aus allen vier Gemeinden erstellten die Fotos unter Anleitung der Fotografenmeisterin Anja Sünderhuse.

Danach erfolgte die Auswahl, an der ebnefalls Anja Sünderhuse und die Dipl.-Designerin Claudia Preuß beteiligt waren. Claudia Preuß sorgte auch für das Layout des Spiels und eines großen Banners. Das Spiel in einer Auflage von 500 Exemplaren soll rechtzeitig zum Nikolausmarkt in Buer zu erwerben sein.

Das Banner selbst ist ab Dienstag jeweils von 9 bis 17 Uhr in St. Martini zu sehen und wandert dann in die Moscheeen, die kath. Kirche und die Sparkassenfiliale.

„Wir haben bewusst den Schritt durch die Tür gemacht und von innen fotografiert, denn es gibt noch viel Unwissen über die unterschiedlichen Religionen, die in Buer zu Hause sind“, erklärte Christine Oldemeyer. Und dank der professionellen Hilfe der Fotografin seien auf den Bildern des Memo-Spiels und des Banners nun Dinge zu sehen, die auf den ersten Blick sonst gar nicht wahrgenommen würden.

„Auch die jüdische Gemeinde ist ein Teil von Buer“, betonte die Initiatorin. Insofern gehöre der jüdische Friedhof selbstverständlich auch als Zeichen des Geschichtsbewusstseins aller Beteiligten mit dazu, wenn es heiße: Religionen verbinden!

„Aus der Vergangenheit in die Gegenwart“, hob Bredenförder an dieser Stelle hervor. Für die Lauter-Stiftung sei die Unterstützung des Vorhabens ein Selbstläufer gewesen: Die Einbindung des jüdischen Friedhofs und die Projektverantwortung bei den Jugendlichen aller Religionen spreche für sich: „Es werden Hürden abgebaut und ein gemeinsames Bewusstsein für die Religionen im Ort geschaffen.“