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Jim Knopf trifft auf badende Wildschweine Ulkumzug in Wellingholzhausen begeistert tausende Zuschauer

Von Christina Wiesmann | 18.06.2018, 14:25 Uhr

Mehr als 20 Wagen und Fußgruppen: Der traditionelle Ulkumzug des Schützenfestes im Beutlingsdorf brachte am frühen Montagmorgen einige Tausend Zuschauer auf die Straßen im Wellinger Ortskern.

Es ist einer der Schützenfest-Höhepunkte, der Jahr für Jahr die Zuschauer in Scharen in die Ortsmitte lockt. Früh morgens, gegen halb acht, haben sich bereits die ersten einen Platz am Straßenrand gesichert. Musik schallt aus den Boxen, eine winzige Regenwolke verzieht sich und die Sonne lugt vorsichtig hinter dem „Grönenberger Dom“ hervor. Die Bedingungen für den Ulkumzug sind damit prima: trocken, nicht zu warm.

22 Wagen und Fußgruppen

Um kurz nach acht verstummt die Musik, die ersten Klänge der Heimatkapelle Wellingholzhausen ziehen in die Ohren der erwartungsfrohen Zuschauer. „Sie kommen!“, ruft ein kleiner Junge und kontrolliert seine kleine mitgebrachte Tüte, in die im Laufe des Umzuges viele Bonbons wandern werden.

Insgesamt sind 22 Wagen und Fußgruppen dabei. Vereine, Schule, Kindergärten und private Gruppen aus dem Ort überzeugen mit viel Ideenreichtum und ihren kreativen Kostümen und Kulissen.

Aktuelles Geschehen, nicht nur aus dem eigenen Dorf, spielt bei vielen eine Rolle. So erinnert die Radweg Initiative Himmern an das Dieselfahrverbot, die Erste Herren des WTV an ihren Aufstieg.

Mit einem Augenzwinkern

Und die Heimatkapelle, die musizierend vorweg marschiert, zeigt: Die Gesmolder haben es anscheinend nicht mit der Rechtschreibung. Ein Ortsschild beweist das Debakel. Wellinghausen steht darauf, ohne -holz und damit fällt es bei den Wellingern durch. Die Bewohner des Beutlingsdorfes haben aber auch ein Einsehen mit den Nachbarn hinterm Loh und stellen für die Feier-Gesmolder gerne eine Gartenliege bereit, damit diese nach dem Schützenfest ihren Rausch ausschlafen können.

Wird das etwa an die große Glocke gehängt? Nein, thematisiert wird es dann auf dem Ulkumzug. Mit mehr als einem Augenzwinkern sorgt diese besondere Freundschaft zwischen Gesmold und Wellingholzhausen, die seit Generationen für amüsantes Geplänkel sorgt, für Spaß bei den Zuschauern.

Flower-Power und die wilden 68er bringt die Bühne Harmonie nach Welling, der WTV überzeugt zudem als „Wasserspritz- und Trinkverein“ und bringt die Bewässerungsproblematik am Sportplatz amüsant auf seinem Wagen rüber. Mit einem Strahlrohr schicken die WTVer spritzende Wasserfontänen in die Zuschauermassen am Straßenrand, manch einer spannt noch rechtzeitig seinen Schirm auf.

Ausgelassene Partystimmung

Als Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer ist die Minikapelle unter der Leitung von Andy Lux unterwegs und sorgt für entzückende Freude und fröhliche Klänge. Niedlich und kunterbunt wird ihr Wagen von König Alfons dem Viertel-vor-Zwölften und weiteren Figuren aus Lummerland begleitet.

Für Gesprächsstoff am Fuße des Beutlings hat anscheinend auch die Wildschweinrotte im Oldendorfer Freibad gesorgt. Am Spieß grillt ein Obelix hoch auf dem Wagen die Plüsch-Schweinchen, eine Horde Jäger trottet schießend nebenher.

Ausgelassene Partystimmung inklusive Seifenblasen und Wasserpistole auch auf dem Wagen der Königin, die – Achtung – nicht mehr können muss, als trinken und winken.

Zwei Runden dreht der Umzug durch die Ortsmitte. Dann ist Schluss. Und die Zuschauer, die langsam nach Hause gehen, freuen schon sich auf das kommende Jahr. „Das wird bestimmt wieder so verrückt“, schmunzelt ein Ehepaar, das vergnügt lachend nach Hause geht.