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Interessanter Aufenthalt Delegation aus Lettland informiert sich in Melle

Von pm/awe, PM. | 18.06.2016, 09:12 Uhr

Eine vierköpfige Delegation aus der lettischen Partnerstadt Jekabpilz war jetzt zu einem Informationsbesuch in Melle zu Gast.

Mit welchen Vorzügen punktet der Bildungsstandort Melle? Was hat es mit dem Berufs-Orientierungs-Parcours auf sich? Welche Herausforderungen stellt die aktuelle Flüchtlingssituation an die Stadt – und wie ist es um den Wirtschaftsstandort Melle bestellt? Mit solchen Fragen beschäftigte sich die Delegation während des Besuches. „Wir freuen uns, dass mit dem Aufenthalt unserer Freunde aus dem Baltikum ein weiterer Beitrag zur Festigung der Beziehungen zwischen unseren Partnerstädten geleistet werden kann“, sagte Bürgermeister Reinhard Scholz, als er Raits Simovics (Direktor für Stadtwirtschaft), Gita Kalniete (Finanzabteilung), Margita Liepina (Abteilung für öffentliche Beziehungen) und Anita Vanaga (Bauabteilung) offiziell begrüßte.

Dass der Delegation aus Jekabpils ein interessanter Aufenthalt in Melle beschieden war, steht außer Frage. Denn der ehrenamtliche Beauftragte für Städtepartnerschaften, Gottfried Müller, hatte für die Gäste ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das keine Wünsche offen ließ.

An der Birfurkation

So besichtigten die Kommunalvertreter in Begleitung von Nils Oberschelp von der Koordinierungsstelle Flüchtlinge die Flüchtlingsunterkunft in Neuenkirchen und Riemsloh, um sich anschließend im Gespräch mit Marion Noruschat vom Amt für Familie, Bildung und Sport über die Schullandschaft im Grönegau zu informieren. Darüber hinaus nahmen die Gäste verschiedene touristische Anziehungspunkte in Augenschein, darunter der Grönenbergpark mit dem Jekabpils-Platz und der Umweltbildungsstandort an der Bifurkation. In einer Gesprächsrunde mit dem städtischen Wirtschaftsförderer Hartwig Grobe erfuhr die Besuchergruppe Interessantes über die Gewerbeentwicklung. Abgerundet wurde das Programm durch eine Besichtigung der Firma Hygieneholz Wilms in Buer und durch eine Zusammenkunft mit Vertretern des Deutsch-Baltischen Freundeskreises bei Familie Bengt und Ursula von Bistram in Küingdorf.Der Hintergrund für die Städtepartnerschaft zwischen Melle und Jēkabpils: Im Jahre 1993 überbrachte Janis Jasinskis, ein damals in Wetter lebender Balte, die Bitte des Bürgermeisters der lettischen Stadt Jēkabpils, mit der Stadt Melle partnerschaftliche Beziehungen auf den Gebieten Sport, Kultur, Tourismus und Kriegsgräberfürsorge zu knüpfen. Ein Ansinnen, das auf fruchtbaren Boden fiel. Denn bereits im Mai 1994 kam es zu einem ersten Besuch einer Gruppe aus Lettland in Melle.

Die ersten Kontakte und Eindrücke führten am 17. Dezember 1994 zur Gründung des Deutsch-Baltischen-Freundeskreis Melle e. V. (DBF) – und zwar mit dem Hauptziel, die historischen Beziehungen zu den Bürgern, Institutionen und wirtschaftlichen Unternehmen der baltischen Länder wiederzubeleben und zu pflegen. Eine erste Reise nach Litauen und Lettland fand im Juni 1996 statt und war für alle Teilnehmer ein großes Erlebnis.

Nachdem auch in Jēkabpils mit dem lettischen Interessenkreis das Pendant zum Deutsch-Baltischen Freundeskreis in Melle gebildet war, erfolgte im Jahre 1998 anlässlich des Blüten- und Trachtenfestes die Unterzeichnung der Freundschaftsurkunde zwischen den beiden Städten.

Neben dem sehr intensiven kulturellen Austausch finden in unregelmäßigen Abständen Jugendcamps statt. So richtete die Stadt Melle beispielsweise im Jahre 2009 zusammen mit dem russischen Partnerstadt Torzhok und der polnischen Partnerstadt von Jékabpils, Cerwionka-Leszczyny ein Jugendcamp 2009 im Grönegau aus. Weiterer Höhepunkt der Partnerschaftsarbeit: Die siebte Deutsch-Lettische Partnerschaftskonferenz, die im Spätsommer 2013 unter Beteiligung von rund 100 Gästen in Melle stattfand – und im Jahre 2014 weiten junge Menschen aus Lettland, Russland und Melle (Frankreich) erneut aus Anlass eines Internationalen Jugendcamps im hiesigen Mel