Ein Artikel der Redaktion

In die Herzen der Zuhörer gesungen Unicef-Konzert des Gymnasiums Melle füllt die Matthäuskirche

18.12.2015, 16:34 Uhr

Bereits eine Stunde vor der Veranstaltung begannen sich die Reihen in der St. Matthäus-Kirche in Melle zu füllen. Das spürbare Lampenfieber der weit über 100 Instrumentalisten, Sänger und Sängerinnen vor dem Konzertbeginn war in allen Nischen des Gotteshauses spürbar, ehe das 47. Unicef-Konzert des Gymnasiums durch Händels „Tochter Zion“ im gemeinsamen Chorgesang eröffnet wurde.

Die Nervosität bei den jungen Künstlern und die vorweihnachtliche Hektik bei den Besuchern wichen alsbald. Die Streicher-AG unter Monika Weigelt, der wie ein Engelschor klingende Unterstufenchor unter der Leitung von Christoph Lanver sowie das für das junge Alter der Schüler schon beachtlich sicher musizierende Vororchester unter Stabführung von Daniel Sieverding und nicht zuletzt Stephan Lutermanns Chorklassen und Kinderkantorei zauberten jene Stimmung in den Raum, die für viele zur Advents- und Vorweihnachtszeit in Melle dazugehört.

Klassisch und modern

Die Vorbläser und die Bläsergruppe unter der Leitung von Stefan Sporreiter, Chor und Orchester des Gymnasiums mit Petra van Verth und Eva-Maria Witte auf dem Dirigentenpult boten sowohl klassische Stücke wie „Es ist ein Ros entsprungen“ als auch moderne, populäre Songs in ihrem Repertoire. Das Orchester eröffnete mit einem fröhlich und durch die Unterstützung von Pauken und Trompeten festlich klingenden Satz aus der „Feuerwerkmusik“ und überzeugte mit der Darbietung von Gustav Holsts „Jupiter“ aus der Sinfonie „The Planets“, um im Anschluss eine mitreißende „Farandole“ erklingen zu lassen.

Eine ebenfalls beeindruckende Leistung bot der Chor, der sowohl beim gospelartigen „Macht die Tore auf“ rhythmisch und melodisch präsent war als auch mit zarten Klängen im „Christmas Lullaby“ den Kirchenraum füllte. Die Bläserensembles nahmen die Gemeinde nicht nur die „Weihnachtsbäckerei“ mit, sondern präsentierten unter anderem mit „Driving home for Christmas“ und – selbstverständlich – George Michaels „Last Christmas“ dem reichlich Applaus spendenden Publikum bekannte Titel, die bei manchem zum (heimlichen) Mitsingen, zum Schunkeln, zum Mitklatschen anregten.

„We are the world“ – dieser Titel nach Michael Jackson bot auch Anlass, über die Grußworte von Sabine Hafer und Annekathrin Schlaack vom Unicef-Büro in Osnabrück nachzudenken, die sehr eindringlich über die katastrophale Lage von Kindern und Jugendlichen in den Krisen- und Kriegsgebieten des Jahres 2015 berichteten und sich zugleich für das ungebrochene, tatkräftige und in der Summe überwältigende Engagement bei der Schulgemeinschaft am Gymnasium bedankten, allen voran bei seinem ehemaligen Lehrer und seit nunmehr 13 Jahren Unicef-Aktivisten, Rolf Lieske. 9149,50 Euro € waren das Ergebnis des diesjährigen Kartenverkaufs in der Unicef-Bude auf dem Weihnachtsmarkt; auf die Summe von 4460,12 € beliefen sich die Spenden für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in den Instrumentenkoffern der Musiker beim Ausgang des Konzertes.

Mahnende Worte

Auch nicht zuletzt, weil Schulleiter Ludwig Woll in seiner kurzen Ansprache eindringliche Worte beim Blick zurück auf 2015 und mit Blick voraus auf die Herausforderungen im kommenden Jahr gefunden hatte. Hilfe und Unterstützung, Aufnahme von Flüchtlingen und Integration von Menschen, die ihre Heimat verloren haben, könnten in unserer Gesellschaft gelingen, hätten gerade angesichts der Weihnachtsgeschichte eine christliche Vorgeschichte und seien im Kontext der europäischen Geistesgeschichte bis hinein in die Verfassungen der freien Staaten dieser Welt geradezu ein Auftrag an uns alle. Als Voraussetzung für ein Gelingen bleibe allerdings die Akzeptanz unserer Werteordnung, die einem Jeden das Streben nach Glück, in Freiheit und bei Gleichheit, offenhalte, sagte Woll.

Traditionsgemäß beendete das gemeinsam intonierte „O du fröhliche“ das Konzert.