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Im Fachverbund ganz vorn Hygiene wird im Meller Krankenhaus großgeschrieben

Von Simone Grawe | 01.02.2017, 14:58 Uhr

Das Thema Krankenhaushygiene ist aktueller denn je. Auch im Christlichen Klinikum gewinnt der Bereich Hygiene zunehmend an Bedeutung.

Melle. Am Thema Hygiene und multiresistente Erreger kommt kein Krankenhaus vorbei. Das ist auch im CKM der Fall, wo das Thema Hygiene einen hohen Stellenwert einnimmt. Das im Verbund Niels-Stensen agierende 182 Betten-Haus beschäftigt in seinen acht Fachabteilungen acht hygienebeauftragte Ärzte, außerdem drei Hygienefachkräfte mit 1,3 Vollzeitstellen. Davon entfallen 0,8 Stellen auf die Fachkrankenschwester für Hygiene und Infektionsschutz, Dora Pleitner, 0,3 Stellen auf Hygienefachkraft Olaf Hübner sowie ein Anteil von 0,2 Stellen auf Bernd Gruber. Er ist Hygienemanager und im Verbund der fünf Kliniken mit den Aufgaben des Krankenhaushygienikers betraut. Hinzu kommen im CKM 15 Hygienebeauftragte, die in der Pflege oder in den Funktionsabteilungen ständig präsent sind. Insgesamt beschäftigt der Niels-Stensen-Verbund zwei Krankenhaushygieniker, die die fünf Häuser als Hygieniker versorgen und betreuen.

Mit diesem Personalschlüssel erfüllt das CKM alle Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene . Mehr noch: „Nicht nur mit der personellen Ausstattung, sondern auch mit Blick auf die Fortbildungen liegt das CKM beim Thema Hygiene auf einem hohen Niveau. Die Klinik ist sehr fortschrittlich und gut aufgestellt“, ergänzt Hygienefachkraft Olaf Hübner.

Systematisch erfasst

Hygiene in Krankenhäusern nimmt ein breites Feld ein. So werden die Daten der Patienten nach einem bestimmten Schema konsequent dokumentiert und analysiert, ehe eine Hygienekommission sie bewertet und über das weitere Vorgehen entscheidet: „99 Prozent aller Erreger, die wir feststellen, bringen die Patienten mit ins Haus“, erklärt Dirk Grothe. Dem gegenüber sind die im Krankenhaus erworbenen Infektionen die große Ausnahme; deren Anteil beziffert der Chefarzt mit lediglich ein bis zwei Prozent, ein verschwindend kleiner Anteil also.

Die Ursachen, warum Menschen multiresistente Keime in sich tragen, sind vielschichtig: „Die Menschen werden immer älter und kränker. Vor diesem Hintergrund sind auch mehr Infektionen zu erwarten“, erklärt Dora Pleitner. Insbesondere der ländliche Raum ist mit einem höheren Risiko belastet, was insbesondere mit dem Kontakt zu Tieren begründet ist. Waren es früher in erster Linie Schweine und Kühe, die in Verbindung mit dem Auftreten von multiresistenten Erregern standen, so kommen heutzutage Pferde, aber auch Hunde und Katzen hinzu, die multiresistente Keime übertragen: „Das ist für uns eine Herausforderung, der wir uns aber stellen, wir gehen aktiv vor“, unterstreicht Dora Pleitner.

So werden alle Patienten, die ein Risikopotenzial haben oder auffällig sind, systematisch erfasst. Per Screening werden dann Details, beispielsweise hinsichtlich des vorherigen Verlaufs oder chronischer Wunden, erfasst.

Diese Risikofaktoren sind vom MRSA Netzwerk Osnabrück ermittelt festgelegt. Alle Krankenhäuser der Region haben sich verpflichtet, nach dieser Strategie vor zu gehen.

Komplikationen oder ein nicht zu erwartender Verlauf werden analysiert, bevor über das weitere Vorgehen entschieden wird. Dabei hat das CKM großes Interesse daran, möglichst wenig Komplikationen zu haben. Ständiges Ziel ist es, die Resistenzrate in der Region zu senken.

Daneben sind regelmäßige Begehungen – auch unangemeldet – in allen Bereichen des Krankenhauses sowie regelmäßige Kontrolluntersuchungen Bestandteil des Krankenhausalltags. Außerdem sind die Mitarbeiter zu Hygieneschulungen verpflichtet. Zudem sind die Fachkräfte zwei Stunden pro Woche von ihrer Arbeit entbunden, um sich dem Thema Hygiene zu widmen: „Damit stehen wir im Fachverbund ganz vorn“, unterstreicht Dora Pleitner.