Ein Artikel der Redaktion

Hundegesetz in Kraft Melle: Herrchen sind in der Pflicht

01.07.2013, 14:59 Uhr

Mit Beginn dieser Woche wurde er scharfgeschaltet: Der „Hundeführerschein“ für alle Halter, die nach dem 1. Juli erstmals einen Hund anschaffen und nicht als sachkundig gelten. Außerdem müssen alle Hunde mit einem Chip versehen und haftpflichtversichert sein sowie im Zentralregister angemeldet werden.

Damit gilt in Niedersachsen seit Montag bundesweit das strengste Hundegesetz. Es verpflichtet alle Hundehalter, ihre Tiere kostenpflichtig im zentralen Register anzumelden und zu chippen, wenn sie älter als sechs Monate sind. Damit soll künftig gewährleistet werden, dass Halter bei Schäden, die ihr Hund angerichtet hat, zur Rechenschaft gezogen werden können. Das passiert häufig bei Verkehrsunfällen: Der frei laufende Hund wird getötet, es entstehen Schäden am Auto, und vom Halter ist weit und breit nichts zu sehen. Außerdem ist jetzt eine Haftpflichtversicherung obligatorisch.

Internet-Registrierung

Für die Überwachung der neuen gesetzlichen Regelungen ist in Melle das städtische Ordnungsamt zuständig. Deren stellvertretende Leiterin, Heike Warling, erläuterte das Anmeldeverfahren für das Register: „Die Registrierung ist unter www.hunderegister-nds.de möglich. Für eine Online-Registrierung werden Kosten in Höhe von 17,26 Euro anfallen.“ Eine telefonische (Rufnummer 0441/39010400) oder schriftliche Anmeldung kostet wegen des höheren Bearbeitungsaufwandes 27,97 Euro. Das Register dient nach Angaben von Heike Warling nicht nur zur Identifizierung, sondern gibt auch Aufschluss über die Gefährlichkeit bestimmter Rassen.

Der nächste Schwerpunkt des Gesetzes: Wer sich jetzt erstmals einen Hund anschaffen will, muss den Hundeführerschein machen. Der heißt offiziell Sachkundenachweis. „Das Gesetz bringt gleiche Regeln für alle und stellt sicher, dass jeder mit seinem Hund umgehen kann“, sagte Susanne Reimann, Sprecherin des federführenden Landwirtschaftsministeriums in Hannover.

Neue Hundehalter müssen also ab jetzt den Nachweis der Sachkunde über eine theoretische und praktische Prüfung erbringen. Der Nachweis kann direkt erworben werden, ein Vorbereitungskursus ist dazu nicht obligatorisch. „Wer aber zur Vorbereitung auf die Prüfung zusätzlich einen Kursus absolvieren möchte, kann jede Hundeschule kontaktieren und dort erfahren, ob sie derartige Angebote bereithält“, sagte Heike Warling. Die Prüfung selbst darf aber nur von einem anerkannten Prüfer abgenommen werden.

Fragen beantworten im Ordnungsamt Heike Warling, Telefon 05422/965-232, und Frank Hugenschütt, Telefon 05422/965-231.