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Historischer Bildervergleich: Heute Volksschule Gerden Im Lauf der Zeit

Von Michael Woll | 09.09.2011, 15:36 Uhr

„Wie sorgenfrei die Jugend war, das wird dir erst im Alter klar. Denn Kindheit, Schulzeit, größtes Glück, wir bringen bildlich sie zurück.“ Die Verse aus einem Fotoalbum mit dem Titel „Meine Schulzeit“, in dem ich das historische Foto gefunden habe, schienen mir besser als jede andere Einleitung für den heutigen Artikel zu passen.

Die Schule, die wir bild-lich zurückbringen, ist die ehemalige Gerdener Volksschule. Während das Gebäude auf dem winterlichen alten Foto gleich zu sehen ist, müssen wir auf der aktuellen Aufnahme ein wenig zwischen den Bäumen suchen, aber dank des roten Anstrichs ist das natürlich kein Problem.

Dieter Holtgrefe, von dem ich das historische Bild bekommen habe, erinnert sich an seine alte Schule: „Es gab damals zwei Klassenräume, einen Raum für die Klassen eins bis vier und einen für die Klassen fünf bis acht.“ Eine Turnhalle war ebenfalls nicht nötig, der Sportunterricht fand direkt auf dem Schulhof statt. Dessen Umrisse sind heute noch teilweise zu erkennen, aber inzwischen ist daraus ein Garten geworden.

In dem ehemaligen Schulgebäude wohnt und arbeitet der Steuerberater Eberhard Milker. Nachdem die Schule im Zuge der Gebietsreform von 1972 geschlossen worden war, kaufte sein Vater das Haus wenige Jahre später. Dort erinnerte noch einiges an die frühere Nutzung. „Zum Beispiel habe ich ein amtliches Schulblatt aus dem Jahr 1916 gefunden“, erzählt Eberhard Milker und ergänzt: „Eine Tafel mit Schulbank habe ich für die Kinder zum Spielen aufgehoben.“

Es ist nicht möglich, hier alle verschiedenen Geschichten aus der Schulzeit zu erzählen, die ich bei der Recherche zu diesem Artikel gehört habe (und den Namen eines Fests anlässlich der Fertigstellung einer neuen Toilette in den 60er-Jahren darf ich nicht zitieren). Nur beispielhaft für die Erinnerungen der ehemaligen Gerdener Schüler sei daher an das gemeinsame Mauern eines Hühnerstalls, das Singen im mehrstimmigen Chor und an die Einschulung eines Bäckersohns erinnert, bei der ein Baum vor der Schule voller Brezeln hing.

Immer wieder kommt das Gespräch dabei auf Lehrer Lührs, der später auch in Westerhausen tätig war. Nicht ganz zufällig war von ihm neulich in dieser Zeitung in einem Artikel über den Deutschen Wandertag 1986 in Koblenz die Rede: Wenn seine Schüler von ihm erzählen, erinnern sie sich besonders gern an die Ausflüge und langen Wanderungen, die der Lehrer organisierte.