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Grüne besuchen neuen Firmenstandort Alltag bei Solarlux: Teilzeit und Tagesmütter

Von pm, PM. | 27.02.2017, 18:41 Uhr

Wie können Frauen in mittelständischen Betrieben gefördert werden? Diese Frage stand beim Besuch von Vertretern der Grünen aus dem Kreisverband Osnabrück-Land bei Solarlux im Vordergrund.

104 der 630 Mitarbeiter am Standort Melle sind Frauen, berichtete Geschäftsführer Stefan Holtgreife. Angebote wie Teilzeitarbeit, Home-Office, Tagesmütter und Kindernotfallbetreuung tragen dazu bei, Eltern die Arbeit bei Solarlux zu erleichtern. Heirat und Schwangerschaft seien kein Grund gegen eine Beschäftigung. Elternzeit werde vielfach von Männern genutzt: „Unser Ziel ist es, ohne Quote eine geschlechterparitätische Beschäftigung zu erreichen“, sagte Holtgreife.

Kein Betriebs-Kindergarten

Auf die Frage der Grünen nach einem Betriebs-Kindergarten erklärte der Geschäftsführer, das sei versucht worden, aber an den hohen Anforderungen gescheitert. Zudem habe es bei einer Umfrage im Betrieb nur drei Interessierte gegeben. Der Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat, Alfred Reehuis, berichtete, für einen gemeinschaftlichen Betriebskindergarten habe es nicht genügend Platzbuchungen gegeben. Es bleibe Aufgabe des Landkreises, genügend Kita-Plätze sicherzustellen.

Schwierig sei es, Frauen für den Produktionsbereich zu finden, erläuterte Holtgreife. Nach Auffassung der Grünen müssen Mädchen frühzeitig ermutigt werden, technische Tätigkeiten in die Berufsfindung einzubeziehen. „MINT-Fächer, Zukunftstag und Praktika müssen stärker genutzt werden, damit auch Mädchen ihre Talente in diesem Bereich erkennen und nutzen“, betonte die Kreistagsabgeordnete Felicitas Exner. Mit einem paritätisch besetzten Führungsnachwuchskreis werde bei Unterstützung durch die IHK versucht, junge Mitarbeiter zu qualifizieren. „Da gibt es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen, das ist gerade für junge Leute absolut selbstverständlich“, so Holtgreife. Dazu gehöre auch eine flexible Einteilung der Arbeitszeit. Wie Energie im Betrieb effizient genutzt wird, erläuterte Alfons Konersmann beim Rundgang. „Nicht nur aus Überzeugung, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen gilt es, die Ressourcen bestmöglich zu nutzen“, so der Projektentwickler. Im Mittelpunkt stünden Geothermie und Wärmerückgewinnung. So sei industriearchitektonisch eines der nachhaltigsten Gebäude in Deutschland gelungen.

Für einen Radweg

Verbesserungswürdig sind nach Auffassung der Grünen noch die Busanbindung und der Radweg. Angesichts der Herkunft der Mitarbeiter sagte der Kreistagsabgeordnete Jürgen Ebert zu, eine Busverbindung Borgloh – Georgsmarienhütte – Melle zur Sprache zu bringen. Reehuis will sich für einen einfacheren und sicheren Radweg einsetzen. Angesichts des frühmorgendlichen Arbeitsbeginns sei eine Beleuchtung sinnvoll, die mit Solarenergie realisiert werden könne. Ab 1. April werde mit dem „Business-Bike“ den Mitarbeitern ein günstiger Fahrrad-Leasing-Vertrag angeboten, erklärte Holtgreife.