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Geläut aus vier Tonnen Bronze Festlicher Einzug der neuen Glocken in Melle-Buer

Von Conny Rutsch | 03.12.2018, 15:07 Uhr

Was für eine Begrüßung. Feierlich hielten die acht neuen Glocken der Martinikirche zu Buer am Samstag Einzug ins Dorf. Ein Festumzug präsentierte das neue Geläut den Bürgern mit anschließender Feierstunde an der Martinikirche.

Schon am Freitagnachmittag waren die neuen Glocken der Martinikirche zu Buer durch das Kirchspiel gefahren und an den Dorfglocken der Ortsteile begrüßt und bestaunt worden. Ein LKW-Auflieger zog die großen, ein Hänger mit einem historischen Trecker die vier kleineren Glocken unter den Klängen der Blaskapelle Gesmold durch den Ort.

NDR-Film über Projekt

Der Schutzheilige der Martinikirche, der heilige Martin, hatte sich in Gestalt von Heike Läkamp und ihrem Araberschimmel „Jashaal Sheik“ in den Festumzug ebenso eingereiht wie die Schützen des örtlichen Schützenvereins, der SuS Buer sowie Kameraden der Feuerwehr, die die Festparade auf den Straßen sicherte. Ein Kamerateam des NDR-Fernsehens begleitete den Umzug und sendete noch am Abend einen kurzen Beitrag im Regionalprogramm. Ein Film über das Bueraner Glockenprojekt wird dann kurz vor Ostern gezeigt werden.

„Jesus Christus“, „Petrus“, „Martin“ und „Martin Luther“ heißen die vier Hauptglocken. Die kleineren Glocken des Zimbelgeläuts tragen die Namen der vier Evangelisten: „Matthäus“, „Markus“, „Lukas“ und „Johannes“. Weiterhin sind die Glocken mit Reliefs und Sprüchen ausgestattet. All das konnten die Bürger während des feierlichen Umzugs aus der Nähe anschauen. Die Glocken waren für die Parade mit Herrnhuter Sternen sowie Kränzen geschmückt worden.

Vom Glockenspiel in der Osnabrücker Straße klangen Choralmelodien während eines kurzen Haltes und an der St. Marienkirche war die gelb-weiße Kirchenfahne gehisst worden, und Pastor Dietmar Hagemann sprach einen Segensgruß.

Gegen 17 Uhr traf der Festumzug an der Martinikirche ein. Hier begrüßte der Bueraner Posaunenchor unter Leitung von Richard Stickel die Glockenparade sowie die vielen Gäste. Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Falk Bischoff, eröffnete die Feierstunde mit einem Dank an die Glockenplanungsgruppe und die über 600 Spender, die dafür sorgten, dass das Jahrhundertprojekt überhaupt möglich wird.

Neuer Klang ab April

Matthias Breitenkamp sorgte als Kopf des Glockenprojekts für viele Informationen rund um das Geläut, das mit seinen acht Glocken zukünftig das größte im Osnabrücker Land sein wird. „Ab April werden sie den neuen Klang der Kirche und des gesamten Dorfes darstellen“, sagte er. Gemeinsam mit den drei kleinen Glocken der katholischen Kirche könne der Choral „Wachet auf ruft uns die Stimme“ intoniert werden, denn die Stimmung der neuen Glocken passe nun zum Geläut der Marienkirche.

Die Pastoren der Martinigemeinde Ingo Krahn und Matthias Hasselblatt stellten die Glocken mit ihren Namen, den Inschriften und der Glockenzier vor. Ortsbürgermeister Dieter Finke-Gröne erinnerte daran, dass die Martinikirche in 163 Jahren bereits das vierte Geläut bekomme. „Zu Rüstungszwecken und aus Schikane mussten die Glocken in den beiden Weltkriegen abgegeben werden“, sagte er. Nach etlichen gesungenen Chorälen läuteten dann die alten Glocken zum letzten Mal ein neues Kirchenjahr sowie den ersten Advent ein.