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Gegen Verkrautung, für Kunstrasen Melle: Aktuelle Themen bei der Gesmolder Burstie

Von Norbert Wiegand | 21.07.2014, 17:48 Uhr

„Personenschutz geht vor Naturschutz“, diese Rangfolge sollte nach Auffassung von Ortsbürgermeister Michael Weßler beim Hochwasserschutz beherzigt werden. Die Überschwemmungsgefahren standen in der allgemeinen Debatte bei der Gesmolder Burstie im Vordergrund.

Allerdings war die offene Diskussion beim Bürgertreffen der Ortschaft Gesmold der kürzeste Programmpunkt. 100 Teilnehmer versammelten sich am Sonntagabend unter der Femlinde. „Wir haben in den vergangenen 20 Jahren schon drei Jahrhundertfluten erlebt“, meinte Bernd Meyer. Die „Verkrautung“ der Else wurde von einem weiteren Diskussionsteilnehmer angesprochen. In diesem Zusammenhang erinnerte Ortsbürgermeister Michael Weßler an frühere Einsätze von Mäh-Booten, die für eine höhere Fließgeschwindigkeiten bei Starkregen-Ereignissen gesorgt hätten. Dies sei wegen des Naturschutzrechts nicht mehr möglich, leider habe Personenschutz offenbar keinen Vorrang mehr.

Differenzierter ging Alfons Oberwestberg auf die Problematik ein: „Man sollte nur einige Bereiche entkrauten, die wirklich für den Hochwasserschutz wichtig sind“. Der ehemalige Ortsbürgermeister wies auch auf Landwirte hin, die ihre Flächen bis 20 Zentimeter an die Uferkante beackern: „An einigen Stellen fließt die ausgebrachte Gülle bei nachfolgendem Regen direkt in das Gewässer“, meinte ein anderer Gesprächsteilnehmer.

„Dass vier Jahre nach dem letzten Hochwasser noch nichts Vorzeigbares geschehen ist, ist absolut inakzeptabel“, erklärte Reinhard Scholz. „Sie können mich an Fortschritten beim Hochwasserschutz bei den nächsten Burstien messen“, kündigte Melles neuer Bürgermeister an. „Die Ausweisung des Industriegebietes in der Elseniederung war für die Dorf- und Stadtentwicklung eine goldrichtige Entscheidung, aber die dortigen Versiegelungen müssen ausgeglichen werden.“ Beim Hochwasserschutz müssten Landwirte und das Dorf gemeinsam agieren, plädierte Scholz für „freiwillige Maßnahmen“ im Rahmen einer Flurbereinigung.

„Wir bauen auf die Solidarität der Landwirte“, hatte sich zuvor auch Michael Weßler für die Flurbereinigung ausgesprochen. In seinem Rückblick ging der Ortsbürgermeister aber ebenso ausführlich auf andere Aspekte der Dorfentwicklung ein, wie die Umstrukturierung der Firma Spies oder die anstehende Fahrbahnerneuerung auf der Wennigser Höhe. Über eine Erweiterung der bereits zu 98 Prozent ausgelasteten Kläranlage müsse jetzt bald nachgedacht werden. Schule, und Kindergarten waren weitere Themen in seinem Vortrag. Den guten Zustand der Spielplätze, Sportanlagen und der Bifurkation führte er auf den vorbildlichen ehrenamtlichen Einsatz von Bürgern, Sportverein und Heimatverein zurück.

Für beschwingte musikalische Unterhaltung sorgte die Blechreiz-Company zwischen den Programmpunkten. Als ältester Burstien-Teilnehmer erhielt der 87-jährige „Fittn“ Niekamp eine kleine Anerkennung. In der spannenden traditionsreichen Auktion ersteigerten Klaus-Otto Sternberg und Guido Kleine-Kalmer die Fischereirechte für das Uhle-Teilstück (30 Euro), das wegen des Klärwassers aus Wellingholzhausen besonders nahrhaft sei. Die Alte Else mit den Laichgebieten für viele Fischarten sicherte sich Marlies Kellenbrink (25 Euro), das Else-Sahnestück ging für nur 15 Euro an Thomas Schulke, Josef Arling freut sich über den Forellen-Abschnitt der Else (30 Euro). Bei der Verlosung ergatterte Manfred Könemann als Hauptpreis einen Grill.