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Riemsloh gewinnt intensives Derby Fußball-Kreisliga: 2:1 beim TV Wellingholzhausen

Von Sven Schüer | 18.08.2019, 21:26 Uhr

Dank eines glücklichen Tores in der Schlussphase hat sich der TSV Riemsloh in einem rassigen Kreisligaderby beim TV Wellingholzhausen mit 2:1 durchgesetzt. Zwei Platzverweise, strittige Szenen und viele Zweikämpfe sorgen für echtes Derby-Feeling auf der Anlage des WTV.

„Wir können Riemsloh nicht. Ich weiß nicht, woran das liegt, aber so sieht es aktuell für mich aus“, lautete das Fazit von WTV-Trainer Veit Usslepp, dessen Team die fünfte Niederlage in Folge gegen den TSV kassierte. Früh kochten die Emotionen auf beiden Seiten hoch, blieben aber immer im Rahmen. Als WTV-Angreifer Marvin De Vries kurz vor dem Strafraum vom bereits gelbverwarnten Jan-Wilhelm Klei gefoult wurde, forderte sein Team einen Platzverweis. Der Schiedsrichter beließ es stattdessen bei einer Ermahnung (12.).

Riemsloh machte sich im Anschluss selbst das Leben schwer. Bei einem langen Ball kam TSV-Keeper Jannik Graul aus seinem Tor, ging aber nicht entschlossen genug in die Situation. De Vries umkurvte den Torhüter und legte quer auf Leon Hölscher, der das 1:0 erzielte (15.). Tobias Kansteiner war anschließend der tragische Mann auf Seiten des WTV, als er innerhalb von vier Minuten zwei gelbe Karten kassierte und folgerichtig vom Platz gestellt wurde (21.).

Die Gäste nutzten die Unordnung beim WTV und kamen postwendend zum Ausgleich. Dennis Krätzig fand nach einer Ecke Steffen Dirks, der per Kopf zum 1:1 traf (22.). Riemsloh hatte weitere Gelegenheiten durch Krätzig (27.), Dirks (33.) und Nils Köchy (42.), die erwartete Dominanz angesichts der personellen Überlegenheit blieb aber aus, weil der WTV kämpferisch dagegenhielt und Riemsloh hauptsächlich mit langen Bällen agierte.

Wellingholzhausen erwischte aber den besseren Start in die zweite Halbzeit. TSV-Keeper Graul hielt einen Versuch von De Vries aus kurzer Distanz (47.). Die größte Möglichkeit vergab der WTV, als Leon Stieve eine druckvolle Flanke von De Vries im Zentrum nur um Zentimeter verpasste (54.). Michel Röhr hatte nach einem schönen Zuspiel von Florian Brinkmann das 2:1 für Wellingholzhausen auf dem Fuß, fand seinen Meister aber in Riemsloh-Keeper Graul (67.).

Siegtreffer in der Schlussphase

Kurz darauf mussten auch die Gäste einen Platzverweis hinnehmen. Steffen Westphal hatte Brinkmann gefoult und kassierte die Gelb-Rote Karte (78.). „Das geht in Ordnung“, kommentierte TSV-Trainer Manuel Hausner die Aktion. Sein Team zeigte sich im Anschluss nicht geschockt, sondern spielte weiter druckvoll nach vorne. Nach einem geblockten Distanzschuss von Johannes Polle landete der Ball vor den Füßen von Hendrik Brune, der schnell schaltete und das viel umjubelte 2:1 für Riemsloh erzielte (81.).

Keine zwei Minuten später tauchte Brune wieder alleine vor Keeper Michael Klocke auf, sein Versuch wurde aber von einem WTV-Verteidiger auf der Linie geklärt (83.). Auf der anderen Seite verpasste Leon Stieve eine Großchance (85.), ehe Jannis Lemme in der Nachspielzeit einen Kopfball als Schlusspunkt neben das Tor setzte und lautstark einen Elfmeter wegen Haltens forderte (90.+4).

„Das Spiel war super ausgeglichen. Durch die Gelb-Rote Karte sind wir ins Hintertreffen geraten. Die Entscheidung konnte ich nicht nachvollziehen. Kämpferisch und taktisch muss ich den Jungs ein großes Lob ausstellen“, resümierte WTV-Trainer Usslepp das Derby und die zweite Niederlage in Folge für seine Elf.

„Das 2:1 war am Ende glücklich durch einen abgefälschten Ball. Aber es gibt auch genug Spiele, in denen wir so in Rückstand geraten sind. Jetzt war das Glück ein bisschen auf unserer Seite. Ich bin froh, dass meine Jungs den Kopf oben behalten haben“, freute sich TSV-Trainer Hausner über den zweiten Sieg in Serie.

Aufstellung WTV: Klocke – Ebker (86. Rosumek), J. Stieve, L. Lamping (88. Münchow) – Hölscher (68. Knappe), Brinkmann, Kansteiner, L. Stieve, Uhlemann – De Vries (61. Mi. Röhr), Ja. Lemme.

Aufstellung TSV: Graul – Bolte, Trippe, Klei, Althof – Krätzig (71. Staege), Westphal, Rentz, Köchy (82. Düsterhöft) – Dirks (71. Polle), Brune.