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Zentrale Veranstaltung Forderung in Melle:„Denkmale nutzen und entwickeln“

Von Christoph Franken | 08.09.2019, 17:17 Uhr

Die zentrale Eröffnungs-Veranstaltung für den Landkreis Osnabrück zum „Tag des offenen Denkmals“ fand am Sonntag in der Stadtbibliothek von Melle statt. Das diesjährige Motto lautete „Modern(e) Umbrüche in Kunst und Architektur“ und dazu präsentierten die Rednern eine Menge aktueller Beispiele.

Die Veranstaltung unter Federführung des Landkreises, des Heimatbundes Osnabrücker Land und des Kreisheimatbundes Bersenbrück war schwach besucht, was alle Redner bedauerten. „Da müssen wir uns was einfallen lassen“, waren sich der stv. Landrat Mirko Bredenförder und Melles Bürgermeister Reinhard Scholz einig.

Scholz hatte in seinem Grußwort mit Blick auf den Anlass von einem „unglaublich spannenden Thema“ gesprochen. Es mache Riesenspaß, mal hinter die Türen von historischen Gebäuden schauen zu dürfen.

Auch in Melle sei wegen wirtschaftlchen Drucks viel historische Bausubstanz verloren gegangen, räumte Scholz ein. Aber es gebe auch mutmachende Beispiele, wie alterhrwürdige Gebäude weiter genutzt werden könnten. Die Firma Starcke in Melle, die Volksbank und ein Fotoatelier machten das in Melle beispielgebend vor. „Es muss machbar sein, Denkmale zu nutzen und sie dazu auch baulich weiter zu entwicklen“, betonte Scholz.

„Schätze prägen Heimat“

Bredenförder verwies auf 25 historische Gebäude im Landkreisgebiet, die dieses Mal zum „Tag des offenen Denkmals“ zugänglich gemacht wurden. „Solche Schätze prägen unserer Heimat“, hob der stv. Landrat hervor. Anlässlich des 100-jährigen Bauhausjubiläums stehe der Tag des offenen Denkmals ganz bewußt unter dem Motto: „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur.“ Bredenförder dankte auch den Eigentümern, die ihre „Schätze“ der breiten Öffentlichkeit zugänglich machten.

Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Bad Laer-Borgloh-Hilter-Melle, Thomas Ruff, sprach dann in seinem Festvortrag über „Modernes Banking im denkmalgeschützten Fabrik-Gebäude.“ Er bezog sich dabei auf die Volksbank-Filiale in Melle, die seit 2001 im Gebäude einer 1921 erbauten ehemaligen Schmirgelfabrik ihre Kunden betreut. Dabei sei es gelungen, den baugeschichtlichen Zeugnis- und Schauwert des Hauses mit seiner funktional-sachlichen Fassadengliederung zu erhalten und im Inneren moderne Funktionalität zu realisieren.

Insofern hebe sich das Gebäude wohltuend ab von anderen Bankgebäuden, die in Innenstädte allzu oft reine Zweckgebäude mit wenig ansprechenden Schaufensterflächen seien.

Umso mehr freue er sich, dass an diesem Meller Beispiel der Umbruch als Motto des Denkmaltages gelungen ist, fuhr Ruff fort. Die Volksbank habe damit auch die Richtline der benachbarten Firma Stracke aufgegriffen: „Ehret das Alte, waget das Neue.“

„Bank in der Fabrik“

Bei seiner Bank als „Bank in der Fabrik“ habe Architektur zum Schutz eines Denkmals beigetragen, damit das Stadtbild geprägt und einen Ort geschaffen, an dem sich Menschen begegnen und wohlfühlen können. Die Risikobereitschaft und mutige Standortbereitschaft der Volksbankverantwortlichen habe sich als richtig und weitsichtig erwiesen. „Die Mühe für das schützenswerte Bauwerk konnte gemeinsam mit der benachbarten Stadtbibliothek und Einzelhandelsflächen neue Impulse für das Leben und die Attraktivität der Innenstadt von Melle setzen“, sagte Ruff.

Umbruch finde auch im zunehmend digitalisierten Banking statt. Auf mittlere Sicht werde sich das Banking durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz weiter verändern.

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