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Fit mit Brennnesseln Irmgard Rösner stellt aus Kräutern Tee her

Von Konstantin Stumpe | 25.02.2015, 18:58 Uhr

„Brennnessel-Tee trinke ich überwiegend im Frühjahr, um den Körper fit zu kriegen nach einem Winter, in dem es nur wenig frisches gab“, erklärt Irmgard Rösner. Die 65-jährige Rentnerin aus Meesdorf schwört auf die heilenden Kräfte heimischer Wildkräuter.

Sie stellt aus den verschiedensten Kräutern und Kräutermischungen Tee her, verfeinert damit Gerichte oder verzehrt die Pflanzen roh. „Es gibt praktisch nichts, wo ich keine Kräuter dazugebe“, erzählt Rösner. „Im Sommer lege ich auch ab und zu einfach ein paar Pfefferminzblätter in kaltes Wasser. Das ergibt ein wunderbar erfrischendes Getränk“, beschreibt die Kräuterexpertin. Auch Brennnesseln lassen sich roh verzehren – dabei braucht man keine Angst vor den Blättern zu haben. „Man kann einfach ein Tuch nehmen, es über das Blatt legen und draufhauen oder mit dem Nudelholz darüber rollen. So brechen die Brennhaare und sind nicht mehr gefährlich“, weiß die Arzthelferin im Ruhestand. Am liebsten isst sie die Nessel jedoch roh. Wenn man sie zu lange koche, gingen die Inhaltsstoffe wie Eisen, Calcium, Vitamin A, C und E, Kieselsäure, Magnesium und Eiweiß schnell verloren. Kräuter enthielten alle wichtigen Stoffe, die der Körper braucht: „Das fasziniert mich“.

„Weil die Brennnessel nicht sehr dominant schmeckt, lässt sie sich fast zu allem hinzugeben“, weiß Rösner. Löwenzahn hingegen enthalte viele Bitterstoffe: „Viele glauben, dass er giftig ist, aber er ist gut für die Verdauung.“ Die Pflanze sei außerdem nicht nur gesund, die gelbe Blüte eigne sich auch prima, um damit einen Salat zu verschönern.

Um auch für den Winter immer ein paar Kräuter für einen Tee vorrätig zu haben, trocknet Rösner die Pflanzen. „Eigentlich kann man alle Kräuter trocknen. Einfach ausprobieren“, rät die 65-jährige. Damit die Kräuter ihren Geschmack nicht verlieren und haltbar bleiben hat die Rentnerin einen Tipp: „Die Kräuter sollten im Dunkeln aufbewahrt werden, um direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.“ Außerdem sei Metall nicht gut für die Pflanzen: „Genau beschreiben kann ich es nicht, aber die Inhaltsstoffe der Kräuter vertragen sich nicht so gut mit Metall.“ Daher rät Rösner nur zu Glas.

Ihre Vorliebe zu den Kräutern hat Irmgard Rösner vor etwa fünf Jahren entdeckt: „Ich habe mich schon immer für Wildkräuter interessiert, habe mich aber nie herangetraut.“ Deshalb belegte sie vor ein paar Jahren einen Kräuterkunde-Kursus. Weitere Kurse mit den Themen „Kochen mit Kräutern und „Bestimmen von Kräutern“ folgten. „Man sollte sich sicher sein, dass das Kraut genießbar ist, bevor man es ist“, mahnt Rösner. Das gegen Depressionen wirksame Johanniskraut könne man schnell mit Jakobskreuzkraut verwechseln, das für Mensch und Tier hochgiftig ist. Die Pflanzen haben beide eine gelbe Blüte und eine ähnliche Form. Ihr Wissen über Kräuter gibt Irmgard Rösner auch den Teilnehmern der Naturführungen weiter. „Meine erste Führung in diesem Jahr führt am Sonntag, 26. April, in die Noller Schlucht.“ Die Teilnehmer erfahren wissenswertes über Bärlauch.