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Felsenkellerweg: Anwohner ärgern sich über Raser Gefühltes Tempo trifft auf Realität

Von Michael Hengehold | 28.09.2011, 14:51 Uhr

Den Unterschied zwischen sogenannten gefühlten und tatsächlichen Temperaturen hat die moderne Wissenschaft herausgefunden. Mit dem Straßenverkehr ist es mitunter ähnlich. Aus Sicht der Anlieger wird – gefühlt – ständig gerast, Tempomessungen ergeben oft ganz andere Werte. Jüngstes Beispiel: der Felsenkellerweg, dessen Anliegern jetzt nur der Appell bleibt: „Fahrt langsam in unserer Straße!“

Der Verkehr in der Straße ist unter den Anliegern schon länger ein Thema. Bereits 2004 und 2008 hat die Stadt deshalb dort Tempomessungen durchgeführt. Tatsächlich hat die jüngste Erhebung sogar eine Verbesserung der Situation ergeben. Während die Durchschnittsgeschwindigkeit in der 30er-Zone 2004 noch bei 46 Stundenkilometern lag, sank sie bis 2008 auf 39,2 km/h. Die jüngste Messung, Anfang September durchgeführt, ergab einen Mittelwert von 36,9 km/h auf dem Tacho.

„Das Geschwindigkeitsniveau liegt im Gesamtergebnis nahe der dort zulässigen Geschwindigkeit von 30 km/h“, schreibt die Stadt deshalb an die Anwohner. Und weiter: „Die Verteilung der Abweichungen (langsamere und schnellere Fahrzeuge) entspricht der Normalverteilung. Der größte Teil der 1708 Fahrzeuge in 27 Stunden hält sich dort an die vorgegebene Geschwindigkeit.“

Daraus folgt für die Verwaltung, dass derzeit keine Maßnahmen ergriffen werden müssen. Begründung: „Sowohl die Anzahl der die Straße täglich nutzenden Fahrzeuge als auch die dabei gefahrenen Geschwindigkeiten sind unproblematisch und nicht zu beanstanden. Ein Dauereinsatz des Gerätes ist nicht angezeigt.“ Mit „Gerät“ ist die mobile Tempoerfassung gemeint, die die Stadtverwaltung an ständig wechselnden Orten einsetzt, obwohl die Überwachung des fließenden Verkehrs eigentlich Sache der Polizei ist.

So weit, so gut. Die Anlieger monieren trotzdem, dass insbesondere die Busse zu schnell führen. Tatsächlich braust während des Gespräches mit der Zeitung ein Bus vorbei, dem nur schwerlich unterstellt werden kann, 30 km/h oder gar langsamer gefahren zu sein.

Zweitens ärgern sich die Anwohner über den Schulverkehr morgens. Dann hätten es viele Eltern eilig und führen oft zu schnell. Sie wünschen sich, dass wenigstens die Rechts-vor-links-Regelung an der Einmündung „Am Tiefen Brink“ auf der Fahrbahn markiert und der nur noch schlecht lesbare 30-Hinweis auf der Straße erneuert wird.