Ein Artikel der Redaktion

Ewald Wierspecker 50 Jahre Chorleiter Melle: Stimmungsvolles Adventskonzert mit Überraschung

Von PM. | 30.12.2016, 13:25 Uhr

Nichts wies auf das Besondere hin, als der Abend „Musik im Advent“ mit der Ouvertüre aus der Nußknacker-Suite von Tschaikowsky durch den Posaunenchor eröffnet wurde. Pastor Ralf Halbrügge begrüßte gewohnt launig die Besucher des Adventskonzertes, der in warmes, gelbliches Licht getauchten, festlich geschmückten und gut gefüllten St-Marienkirche.

Der Posaunenchor zeigte gekonnt sein vielfältiges Repertoire mit Stücken, beispielsweise.von Antonio Vivaldi (Concerto B-Dur), Dizzy Stratford (Friends for Life), Stefan Dan Nilson. Lena‘ Song spielte sich weich und stimmungsvoll in die Herzen der Besucher. Eingebettet in die Posaunenklänge waren die souverän vorgetragenen Stücke des Marienchores (Leitung Karin Ventker für die erkrankte Hildrun Balz) und der Sängervereinigung Westerhausen (Leitung Tatjana Jachtchenko). Das gefühlvoll von Hildrun Balz arrangierte „Maria durch ein Dornwald ging“, die Frage „Ist es noch weit nach Bethlehem“ und „Auf Bethlehems Feldern“ untermauerten das Können des Marienchores.

Dankende Worte

Auch die Sängervereinigung wies mit ihren Vorträgen „Zu Beth‘lem überm Stall“, „Freu dich, Erd und Sternenzelt“ und „Auf dem Berge, da wehet der Wind“ einladend und wirkungsvoll auf das bevorstehende Weihnachtsfest hin. Ein weiterer Höhepunkt des Abends waren das solistisch vorgetragene „Es wird schon gleich dumpa“ von Heidrun Irmert, und zusammen mit Yuka-Binder-Ojima, das zweistimmige „Panis Angelicus“. Yuka Binder-Ojima kehrte an ihre alte Wirkungsstätte in Oldendorf zurüc: Sie begleitete nicht nur Heidrun Irmert und den Marienchor, sondern auch die Gemeinde bei „Die Krippe von Bethlehem“ (in einer modernen Textfassung von „Ich steh an deiner Krippen hier“) auf dem Klavier.

Der 3. Satz des Concerto B-Dur sollte an diesem Abend neu geschrieben werden. Während die Bläser, insbesondere des Chorleiters Ewald Wierspecker, ihre Noten auflegten, verkündete Pastor Ralf Halbrügge eine Programmänderung zur Würdigung von Ewald Wierspecker. Einzig die Bläser wussten hiervon, nicht ihr Chorleiter. Dieser wartete schon gespannt auf den Einsatz für das nächste Stück. Pastor Halbrügge sprach humorvolle, dankende Worte und überreichte als Geschenk der Kirchengemeinde eine „Schalke-Bibel“ für 50 Jahre ehrenamtlicher Chorleitertätigkeit.

1966 übernahm Ewald Wierspecker das Amt vom damaligen Pastor Heinemeyer und leitet bis heute ehrenamtlich den Posaunenchor, inzwischen zusammen mit Birgit Wierspecker. Eine besondere Überraschung an diesem Abend präsentierte der Landesposaunenwart für den Bezirk Osnabrück: Christian Fuchs ergriff das Wort, um diesen Anlass entsprechend zu würdigen. Vier Tage zuvor hatte er hiervon erfahren, ein „bisschen knapp“ aber umso freudiger und überraschender. Im Gepäck hatte er nun keine Urkunde, die separat in einer Chorstunde verliehen wird, aber eine sehr schöne Geschichte von einem Wichtel, welches einen leeren Karton geschenkt bekam, indem nichts Materielles war, aber ein sehr großes Dankeschön für etwas unbezahlbar Wertvolles, welches nicht mit Materiellem aufzuwerten ist. Ein Ehrenamt 50 Jahre ausfüllen zu dürfen, in einem Chor, in einer Gemeinde, die auf diese Weise sehr viel zurückgibt.

Gebackene Notenschlüssel

Den Worten von Christian Fuchs folgte der Dank des Chores durch Klaus Berner. Er hatte als Jungbläser unter Ewald Wierspecker angefangen. In seiner Ansprache eingebettet war der D-Dur-Akkord, von den einzelnen Registern vorgetragen. Anschließend wurde Ewald Wierspecker aufgefordert, den Einsatz des Akkordes zu übernehmen. Seinem Abschlag folgte der laut gesprochene Dank des Chores und die Überreichung eines Blumenstraußes. Am Ende der Ehrung überbrachte Manfred Sträter, langjähriges Mitglied im Posaunenchor, die Grüße und Glückwünsche des Pastors i. R. der Kirchengemeinde Oldendorf, Karsten Keding.

Unter Beifall verabschiedete Ewald Wierspecker sich aus dem Altarraum und nahm wieder Platz in den Reihen des Chores. „Denn die Herrlichkeit Gottes, des Herrn“ von Georg Friedrich Händel wollte gespielt werden. Nach Schlusswort, Segen, und dem Dank an die Mitwirkenden mit liebevoll gebackenen Notenschlüssel für die Chorleiter, endete das besonders schöne und abwechslungsreiche Konzert mit einem „verjazzten“ Jingle Bells von Richard Roblee.