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Ernte gerät ins Stocken Landwirte im Grönegau werden ungeduldig

31.07.2014, 18:27 Uhr

cew/pm Melle. „Hört der Juli im Regen auf, geht leicht ein Teil der Ernte drauf“ – besagt eine alte Bauernregel. Diese könnte sich leider bestätigen.

Wettertechnisch herrscht in Deutschland große Verwunderung. Besonders der Sommer lässt wegen der kräftigen Regengüsse viele Menschen nur verständnislos den Kopf schütteln. Starkregen, vor allem die Schauer vom 10. Juli, zehren an den Nerven der Bauern in ganz Niedersachsen. Auch die Landwirte im Grönegau sind besorgt.

Tiefe Fahrspuren sind aktuell auf einigen abgeernteten Feldern im Grönegau zu erkennen. Sie bezeugen, dass es selbst für schwere Landmaschinen nicht immer einfach voran geht. Obwohl es bis zum Frühjahr noch sehr trocken war, hat der Regen – auf das gesamte Jahr betrachtet – kräftig aufgeholt. Besonders die Wassermassen vom 10. Juli haben die Böden regelrecht durchweicht.

Warnung vor Hysterie

Dass sich die Befahrbarkeit einiger Böden als schwierig erweist, ist Heinrich Kinnius bewusst. Der Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes Melle warnt jedoch vor einer zu großen Hysterie: „In diesem Jahr haben wir sicher keine Spitzenernte. Es ist eine absolute Durchschnittsernte, die jedoch wegen der Wetterlage zu einer gewissen Unruhe führt.“

Die Gerste im Grönegau ist geerntet, und auch die gute Wetterlage der vergangenen Tage hat die örtliche Rapsernte ordentlich vorangebracht. „Jetzt nur keine Unruhe“, empfiehlt Kinnius. Er weiß, dass die Landwirte in Melle und Umgebung ungeduldig auf die Wettervorhersage gucken. Nach erneutem Starkregen am Dienstagabend scheint die Besorgnis begründet. Doch Kinnius gibt Entwarnung, vorerst: „Am Dienstag wurde Raps geerntet, der acht Prozent Feuchtigkeit aufwies. Das ist überhaupt nicht ungewöhnlich.“

Ernte zum Abschluss bringen

Zum Ende dieser Woche hat der Wetterdienst wieder besseres Wetter angekündigt. Die Landwirte können dann ihre Rapsernte zum Abschluss bringen. „Dann steht noch der Weizen an und zum Ende hin der Mais“, erklärt Heinrich Kinnius, „denn Triticale und Hafer haben wir im Grönegau nur wenig.“

Mit der diesjährigen Ernte sind die Landwirte im Ganzen recht zufrieden. Stressig wird es bei gutem Wetter nur wieder für die Lohnunternehmer. Denn der restliche Raps und die fertige Gerste warten auf sie und ihre großen Maschinen.