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Eine Familientradition Neuenkirchener fertigt robuste Weidenkörbe

04.02.2015, 14:42 Uhr

Über eine gemütliche kleine Werkstatt verfügt Friedrich Uffmann. Der pensionierte Tischlermeister geht dort seinem liebsten Hobby nach: dem Flechten von Körben aus heimischen Weiden.

Während der gusseiserne Ofen herrliche Wärme spendet, erzählt er von dem traditionellen Handwerk.

„Das Korbflechten hat bei uns in der Familie Tradition“, verrät der 80-jährige Neuenkirchener. „Mein Opa und mein Vater haben auch schon Weidenkörbe hergestellt.“

Das Handwerk hat Friedrich Uffmann von seinem Vater gelernt. „Mein Vater war Maurer. Er hat in den Wintermonaten an die 400 Körbe geflochten.“ Damals nutzten die Bauern vor allem die typischen Kartoffelkörbe. Der handgefertigte Weidenkorb diente sogar als Maßangabe, an der es definitiv nichts auszusetzen gab. Friedrich Uffmann erinnert sich: „Vier gestrichene Weidenkörbe voller Kartoffeln ergaben immer einen Zentner – und das passte hundertprozentig.“

Die bekannten Kartoffelkörbe stellt Uffmann auch heute noch her. Aber auch größere Körbe für Kaminholz und kleinere Körbchen für dies und das entstehen in seiner Werkstatt. Weiden in unterschiedlichen Farbtönen wachsen in seinem Garten. Und die Bügel, das ist ihm wichtig, werden etwa ein Jahr vorher in einer speziellen Vorrichtung gebogen. „Dann sind sie sehr stabil.“

Allerlei Geschick

Seit nunmehr 30 Jahren betreibt Friedrich Uffmann sein handwerkliches Hobby, das allerlei Geschick erfordert. Er sagt selbst: „Man muss es eben gerne machen.“ Eine kurze Überschlagrechnung zeigt: Er hat in all den Jahren wohl an die 600 Körbe hergestellt. Die Vorgehensweise ist dabei – unabhängig von der Größe des Korbes – stets dieselbe. Er beginnt mit dem „Anpäcker“, dann geht es weiter mit dem „Binnerbügel“. „Die Begriffe sind aus dem Plattdeutschen“, ergänzt Uffmann, „sie sind noch von meinem Opa.“ Die sogenannte „Rose“ verbindet den Anpäcker und den Binnerbügel, einzelne „Spielen“, also Zwischenrippen werden darin eingesetzt, bevor das eigentliche Flechten beginnt.

Schon zu früheren Zeiten war das Korbflechten eine Tätigkeit, die im Winter ausgeübt wurde. „Die Weiden wurden schließlich im Herbst geschnitten.“ Kalt wird es dem Neuenkirchener dabei jedoch nie: „Ich mache erst mal morgens den Ofen an, und dann geht es los.“