Ein Artikel der Redaktion

Ein Jahr Gesamtschule Das Motto der IGS Melle: „Wir gemeinsam“

17.07.2012, 13:02 Uhr

Nachdem wir in den vergangenen Tagen über die einjährige Arbeit der der drei Meller Oberschulen berichtet haben, zieht heute die IGS ein erstes Fazit.

Das äußerlich Ungewöhnliche an den Räumen der IGS sind die offenen Türen und Fenster, die auch in die Flure hinausgehen. Ob es das Büro der Sekretärin oder der Rektorin ist, die geöffneten Türen sollen eine einladende und partnerschaftliche Ausstrahlung erzeugen.

Und so erklärte Rektorin Marlies Brüggemann auch das Konzept der Schule: „Im Zentrum steht die Erziehungspartnerschaft Eltern/ Lehrer, in die das Kind eingebettet ist.“ Und weiter sagt sie: „Alle, Eltern, Lehrer, das Personal der Schule und die Schüler selbst bilden die Schule. Unser Motto lautet: Wir gemeinsam.“

Schon im Vorfeld des ersten IGS-Jahrgangs sei durch die Planungsgruppe zusammen mit der Elternschaft eine starke Bindung entstanden. „Ohne Bindung keine Bildung“, erklärt Marlies Brüggemann. Der didaktische Leiter der IGS, Olaf Kluge, erklärt, dass man sich im In- und Ausland nach Konzepten umgeschaut habe und betont, dass es wichtig sei, wie der Schüler lernt. Und das möchten die Pädagogen der IGS den Schülern mitgeben. Dazu ist es notwendig, die Schüler selbstständiges Arbeiten lernen zu lassen: In der „freien Lernzeit“ organisieren die Kinder einen bestimmten Lernstoff über die Woche nach eigenem Tempo. Ziel: Das Kind mit wenig Hausaufgaben in den Nachmittag zu entlassen. Drei Unterrichtsblöcke am Vormittag bilden den Stundenplan.

„Es gibt mehrere Lerngruppen“, berichtete Kluge. „Die kleinste Einheit ist die Tischgruppe, dann die Klasse. Die Spezialklassen mit unterschiedlichen Profilen, wie die Bläser- oder die Sportklasse ermöglichen intensive Arbeit.“ Und dann ist da noch das multifunktionale Lernhaus, zentral gelegen, einsehbar von allen Klassenzimmern, in dem die Schüler selbstständig am gewählten Lernstoff arbeiten. Ebenso offen sind die Lehrerinseln konzipiert. Die Lehrer möchten Erreichbarkeit für die Schüler signalisieren, Beziehungen aufbauen und in Sichtkontakt der Kinder sein.

Die Schüler gehen angstfrei auf die Pädagogen zu. Der Vertreter der Integrationsschüler, Jonas Raßfeld, sagte strahlend: „Die Lehrer gehen auf uns ein.“ Förderunterricht erhalten die Schüler vom Lehrer in der Klasse. Der Forderunterricht findet 14-tägig mit schon weiterreichendem Lernstoff statt.

Die Kinder erhalten an der IGS keine Zensuren, sondern Beurteilungen der Leistung. Da heißt es dann „sicher erreicht“, „überwiegend erreicht“ oder „teilweise erreicht“. So entsteht der Lernentwicklungsbericht, in dem nicht gute oder schlechte Leistung bewertet wird, sondern aus dem auch für den Schüler genau zu sehen ist, wo er sich verbessern kann.

„Es herrscht noch immer Aufbruchstimmung“, sagt Marlies Brüggemann, „und die ist schon auf die Eltern der nächsten Fünftklässler übergeschwappt.“