Ein Artikel der Redaktion

Drei Fragen an Tomas Seyler Von London nach Melle: Dartsprofi in Westerhausen

Von Marek Majewsky | 09.01.2017, 11:42 Uhr

Der mehrfache deutsche Meister im Darts, Tomas Seyler, genannt „Shorty“, war Freitag zu Gast beim Dartsturnier des TSV Für Sport1 moderierte er die diesjährige Darts-WM in London und schaffte es trotz Termindrucks, einen Abstecher in die Region zu machen.

Was nehmen Sie aus London mit?

Es war kalt, aber ich nehme vor allem schöne Erinnerungen mit, weil es eine wahnsinnige WM war. Eine Weltmeisterschaft der Superlative, direkt von Anfang an. Bereits die Vorrunde hatte eine Qualität, wie seit Jahren nicht mehr, alleine weil so viele 180-Punkte-Würfe dabei waren. Und dann hat es einfach Spaß gemacht, sich immer weiter zu steigern und weiter Fahrt aufzunehmen. Es waren auch viele sehr enge Spiele dabei, bei denen einem wirklich die Gänsehaut gekommen ist. Also ich bin jetzt sehr enthusiastisch und es juckt mir in den Fingern, endlich wieder selber spielen zu können.

Was macht mehr Spaß, kommentieren oder selber spielen?

Ich spiele immer noch lieber, als zu kommentieren. Das Kommentieren ist eine sichere Sache. Du wirst fest bezahlt, kannst dich zurücklehnen und die Spiele genießen. Du hast zwar witzige Menschen, tolle Kostüme und keine Aggressivität, aber als Spieler hast du Ehrgeiz und Engagement. Da stehst du mit Adrenalin vor der Scheibe und willst deinen Gegner unbedingt besiegen. Das sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge.

Mit welchen Zielen sind Sie nach Melle gekommen?

Ich bin hier, um den Sport an sich nach vorne zu peitschen. Das ist meine Aufgabe für dieses Jahr. Wir sehen auch, dass das angenommen wird und die Leute das wollen. Da möchte ich natürlich dabei sein und andere Menschen animieren. Ich liebe es, meinen Sport, der früher noch in einer Nische stattgefunden hat, zu unterstützen. Wir können uns hoffentlich noch breiter aufstellen hier in Melle aber auch in Deutschland insgesamt, sodass wir die zweite Sportart hinter Fußball werden können, weil wir einen bestimmten Vorteil haben: Es gibt Familien mit drei oder vier Kindern, die sich keine komplette Sportausrüstung wie beim Fußball leisten können. Zum Dartsspielen brauchst du aber nur eine Scheibe und ein paar Pfeile. Die Sportler müssen nicht einmal im Jahr neue Fußballschuhe für 60 Euro kaufen, sondern wir wechseln Sportgeräte aus, die günstig gekauft nur 60 Cent kosten.

Hier gehts zur Bildergalerie des Turniers .

TEASER-FOTO: