Ein Artikel der Redaktion

Dilemma mit Versicherung Trampolin in Meller Siedlung muss nun doch weg

Von Kirsten Muck | 29.07.2014, 18:39 Uhr

Wieder ein Brief von der Wohnungsbau Grönegau. Und wieder packt Lilia Hoffmann die Wut, als sie ihn öffnet. Das Trampolin auf der Rasenfläche hinter dem Mietshaus in der Zwickenbachsiedlung soll sie nun doch abbauen.

Kurz zur Vorgeschichte (wir berichteten am 21. Mai) : Lilia Hoffmann hatte ihrer Tochter zum siebten Geburtstag ein Trampolin geschenkt. Nach Rücksprache mit dem Vermieter, der Wohnungsbau Grönegau, hatte sie die Erlaubnis bekommen, das Trampolin auf der Rasenfläche aufzustellen – sofern kein anderer Mieter etwas dagegen hat. Das war nicht der Fall, das Trampolin wurde aufgebaut. Im Mai kam jedoch der erste Brief mit der Aufforderung, das Trampolin wieder abzubauen.

Erste Klärung

Ein Gespräch bei der Wohnungsbau Grönegau brachte eine erste Klärung. Geschäftsführer Dirk Hensiek und die Leiterin des Rechnungswesens und der Hausbewirtschaftung, Ute Kattmann, signalisierten Lilia Hoffmann, dass das Trampolin stehen bleiben dürfe, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Lilia Hoffmann sollte sich um ausreichenden Versicherungsschutz kümmern.

„Ich bin mit einem guten Gefühl aus dem Gespräch gegangen. Und als dann noch meine Versicherung mitgespielt hat, war ich sicher, dass die Sache vom Tisch ist“, erzählt sie. Ihre Versicherung habe ihr gegen einen Aufpreis von 54 Euro im Jahr zugesichert, für Personenschäden aufzukommen, die unter Aufsicht auf dem Trampolin entstehen könnten. Die erste Rate für die Versicherung habe sie bereits bezahlt. Auch die Versicherung ihres Lebensgefährten habe den Versicherungsschutz erweitert, berichtet Lilia Hoffmann. „Obwohl wir es genau so besprochen hatten, reicht es jetzt plötzlich doch nicht“, sagt sie enttäuscht.

In dem Schreiben der Wohnungsbau Grönegau, das der Redaktion vorliegt, stellt die Gesellschaft fest, dass die unbeaufsichtigte Nutzung nicht Bestandteil des Versicherungsschutzes sei und das Trampolin deshalb binnen einer Frist von sieben Tagen abgebaut werden müsse.

Lilia Hoffmann kann darüber nur den Kopf schütteln. „Meine Kinder dürfen nur auf das Trampolin, wenn ich dabei bin. Da bin ich sehr vorsichtig“, sagt sie. Aber für fremde Kinder, die eventuell das Trampolin benutzen, könne sie natürlich nicht den ganzen Tag am Trampolin stehen. Und genau das ist das Problem.

„Wir stecken da in einem Dilemma“, sagt Dirk Hensiek, Geschäftsführer der Wohnungsbau Grönegau. Da die Rasenfläche eine öffentlich zugängliche Fläche sei, hafte für eventuelle Unfälle auf dem Trampolin in erster Linie die Wohnungsbau Grönegau, erklärt Hensiek. Auch Lilia Hoffmann würde im Zweifel für die Folgen eines Unfalls aufkommen müssen, stellt er klar. „Wir kriegen es über unsere Versicherung nicht versichert, weil das Gerät nicht von uns ist und nicht regelmäßig gewartet wird“, so Hensiek weiter.

Spielplatz wird gebaut

Nichtsdestotrotz hofft er auf eine Lösung des Problems. Denn seine Zusage an Lilia Hoffmann, in der Siedlung einen Spielplatz zu bauen, will er möglichst bald umsetzen. „Die Zusage gilt“, verspricht er. Die Planung sei bereits für diesen Herbst angedacht, sodass der Spielplatz spätestens zum Jahresanfang 2015 fertig sein müsste, sagt Hensiek. „Das ist ja super“, freut sich Lilia Hoffmann, die in dem Gespräch noch nicht ganz daran geglaubt hatte, dass der Spielplatz kommt. Schon schlägt sie versöhnlichere Töne an: „Die Trampolin-Saison ist ja eh bald vorbei.“ Dann könnten die Kinder auf den Spielplatz gehen.