Ein Artikel der Redaktion

Das Zeichenbrett lebt Meller Architekturbüro Leiwe besteht 50 Jahre

Von Norbert Wiegand, Norbert Wiegand | 27.06.2016, 18:53 Uhr

Die Eltern des heutigen Inhabers Stephan Leiwe (54) gründeten vor genau 50 Jahren das „Architekturbüro Dietrich und Ursula Leiwe“. Die Liste der realisierten Projekte ist dementsprechend lang.

Melle. Die erste Planerwerkstatt befand sich noch im Wohnzimmer der Familie in der Osnabrücker Dodesheide. Am Gründungstag des Büros, am 1. Juli 1966, wurde zugleich die kleine Schwester Kathrin des damals vierjährigen Stephan geboren.

Stolz auf die Tradition

„Ich bin stolz auf die Tradition und gewachsene Struktur unseres Büros und die vielfältigen Projekte, die bei uns geplant und gestaltet wurden – von Kindergärten und Altenheimen über Industrie- und Verwaltungsbauten bis zu Wohnhäusern und denkmalgeschützten Gebäuden“, erklärt Stephan Leiwe. „Wie schon vor 50 Jahren sind wir noch immer ganz für die Bauherren da, deren Wünsche und gestellten Aufgaben wir möglichst umfassend umsetzen wollen.“

Bis heute gehört es zur Firmenphilosophie des Architekturbüros, auf einen festen Mitarbeiterstamm zu setzen. Erst wenn erfahrene Kräfte ausscheiden oder zusätzliche Stellen entstehen, bringen junge Gesichter neue Impulse.

Zweiter Umzug

Im Laufe der Jahrzehnte mit immer fortschrittlicheren Computerprogrammen hat das gute alte Zeichenbrett zwar viel von seiner Bedeutung eingebüßt, aber ausgestorben ist es nicht. Stephan Leiwe zeichnet seine ersten Entwürfe immer noch gerne mit der Hand.

Das erste Projekt des Gründerpaares Dietrich und Ursula Leiwe im Jahr 1966 war der Neubau des Wohn- und Geschäftshauses Budde am Meller Markt. In dieses Haus zog 1967 Familie Leiwe und richtete sich dort einen separaten Büroraum ein. Als erste Bauzeichnerin wurde Barbara Hotho eingestellt, als erster Bauleiter Walter Heimhalt. 1974 gab es die nächste Veränderung; das Büro zog an den Herrenteich 17 um. Irmgard Klokkers wurde als Sekretärin eingestellt. Wegen der zunehmenden Mitarbeiterzahl wurde die Bürofläche auf zwei Wohnebenen ausgedehnt.

Eine ganz markante Änderung war 1988 der Beginn der Partnerschaft mit Robert Severin. Nach dem Tod von Dietrich Leiwe ein Jahr später übernahm Severin die Leitung des umbenannten Büros „Leiwe und Severin“. Die Buchführung lag in den Händen von Ursula Leiwe.

Im gleichen Jahr war Stephan Leiwe nach seinem Architekturstudium und Stipendium-Aufenthalt in London als 27-Jähriger in das Büro eingetreten. Die Partnerschaft von Stephan Leiwe und Robert Severin begann bei bleibender Bürobezeichnung 1995. Von 1993 bis 2004 war Leiwe parallel Lehrbeauftragter an der Universität Hannover.

Dritter Umzug

An seinen heutigen Standort an der Haferstraße 41 mit erheblich vergrößerter Fläche zog das Büro im Jahr 2001. Seit einer schweren Erkrankung von Robert Severin 2012 führt Stephan Leiwe das Büro. Alleininhaber ist er seit 2014, Robert Severin verstarb im vergangenen Jahr.

Acht Mitarbeiter sind heute für Leiwe tätig: Die Architekten Kerstin Diekmann, Tanja Kalthöver und Prokurist Thorsten Peschke, Bauleiter Frank Koepsel, die Bauzeichnerinnen Andrea Komm, Denise Spangenberg und Daniela Kirchhoff sowie dSekretärin Carla Hölscher.

Zu den vielen Projekten, die das Erscheinungsbild der Stadt Melle und der Stadtteile mitgeprägt haben, gehören Pflege- und Altenheime, Seniorenwohnprojekte, Kindergärten, Kinderkrippen, Geschäftshäuser, Verwaltungsgebäude, Industriebauten, Wohnanlagen, kirchliche Einrichtungen, Denkmalschutz-Projekte, Restaurierungen von Gutshäusern, Gebäude, Sporthallen, Mehrzweckhallen, Mehrfamilienhäuser und Wohnhäuser.