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Björn Thümler zu Gast in Melle CDU-Landtagsvorsitzender fordert mehr Polizisten für Niedersachsen

Von Simone Grawe | 22.06.2016, 12:04 Uhr

Landesweit muss die Polizei in den nächsten Jahren um zusätzlich 3000 Kräfte aufgestockt werden. Diese Forderung äußerte der Fraktionsvorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Björn Thümler, bei einem Besuch im Polizeikommissariat

Nach Ansicht des CDU-Politikers werde es immer schwieriger, gerade in der Fläche fachlich gut ausgebildetes Personal zu bekommen. In diesem Punkt müsse sich die Landesregierung Gedanken machen, inwieweit die Attraktivität gesteigert werden könne, um mehr Beamte für ländliche Regionen zu gewinnen.

Denn: In den nächsten Jahren werden immer mehr Beamte in den Ruhestand versetzt, das ist nicht zuletzt auch bei einem Blick auf die Altersstruktur der Kollegen in Melle der Fall, wo der Durchschnitt bei über 50 Jahren liegt, verdeutlichte der Leiter des Streifendienstes, Oliver Maßmann.

Die personelle Ausstattung stellt mithin ein Problem dar; mehr Personal muss her. In diesem Punkt waren sich die Teilnehmer der Runde einig, die sich auf Einladung der CDU-Landtagsabgeordneten Gerda Hövel zu einem Meinungsaustausch bei der Polizei trafen. Dazu zählten unter anderem Bürgermeister Reinhard Scholz, seine Stellvertreterin Christina Tiemann und der frühere Landtagsabgeordnete Ernst-August Hoppenbrock.

Facettenreicher Dienst

„Wir müssen raus aus dem Rad und kontinuierlich mehr Beamte einstellen, eine bessere Ausstattung ist notwendig“, bekräftigte Björn Thümler. Nicht zuletzt, um mehr Präsenz zu zeigen und um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken, sei eine bessere Personalausstattung vonnöten, ergänzte Oliver Maßmann: „Wir lieben es, wenn die Bürger zu uns kommen und das Gespräch mit uns suchen; der Bürger hat ein Recht auf die Zeit. Doch die bleibt oftmals auf der Strecke,“ schilderte er.

„Die Sicherheit für den Bürger ist ein großes Thema, das auch den Landtag bewegt,“ sagte Gerd Hövel. Sie bescheinigte den Polizeibeamten, unter Einsatz ihrer Gesundheit einen wertvollen und facettenreichen Dienst für die Allgemeinheit zu leisten. Diese Arbeit gelte es, Wert zu schätzen und anzuerkennen.

Diesen Faden griff auch Reinharde Scholz auf, der die hervorragende Zusammenarbeit von Polizei und Stadt würdigte. Aktuell sei das Public Viewing ein gutes Beispiel eines gut funktionierenden Miteinanders beider Institutionen im Sinne der Sicherheit. Wichtig sei zudem, die Polizei mitten in der Stadt an einem gut platzierten Standort zu wissen.

„Wir sind stolz auf die Leistungen der Polizei. Die Zeiten von Räuber Hotzenplotz und Wachtmeister Dimpelmoser sind aber vorbei; unsere Polizei hat einen Quantensprung gemacht. Es reicht aber nicht, sie verbal zu loben, es muss mehr gemacht werden,“ untermauerte Björn Thümler.

Das trifft in Melle auch auf die räumliche Ausstattung zu. Ausdrücklich begrüßen die Beamten die vor einiger Zeit erfolgte Sanierung des Wachbereichs. Dass die Anzeigenaufnahme in dem denkmalgeschützten Gebäude jedoch mit zwei Kollegen besetzt ist, wäre auch datenschutzrechtlichen Gründen allerdings verbesserungswürdig. Weitere Themen waren die online-Wache, die länderübergreifende Zusammenarbeit sowie die steigende Zahl der Einbrüche.