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Bisher kein Unfall Fliesen am Meller Bahnhof: Versicherung spricht mit Stadt

Von Christoph Franken | 21.07.2014, 19:54 Uhr

Wie lange wird der Kommunale Schadenausgleich Hannover (KSA) noch die Haftung übernehmen, sollte auf den glatten Fliesen im Bahnhofstunnel jemand zu Schaden kommen? „Jetzt ist man da auf jeden Fall versichert“, erklärte Andreas Köhler, Geschäftsführer der KSA.

Die fungiert als Versicherung für Kommunen. Da die Stadt für Unfälle in der Unterführung haftbar gemacht werden kann, spränge im Fall der Fälle die KSA ein. Köhler betonte auf Anfrage unserer Zeitung allerdings, dass diese Versicherungsdeckung vor zweieinhalb Jahren beim Bekanntwerden der Gefahr durch glatte Fliesen „als erste Maßnahme“ mit der Stadt vereinbart worden sei. Parallel dazu sei unter anderem auch das Aufstellen der Hinweisschilder vereinbart worden. Es habe sich bisher glücklicherweise auch noch kein Unfall ereignet, insofern habe sich das Provisorium bewährt. Aber nach dieser langen Zeit werde sich sein Haus jetzt mit der Stadt noch einmal in Verbindung setzen. „Das geschieht im Interesse der Bevölkerung, aber auch in unserem Interesse als Versicherer“, erklärte der Geschäftsführer.

Momentan sind die Juristen im Rahmen eines selbstständigen Beweissicherungsverfahrens am Zuge. Das betreibt die Stadt unter Vollmacht der Bahn AG. Es soll bewirken, dass der Fliesenverlegebetrieb aus Melle die Mängel behebt, sprich die Fliesen gegen die beauftragten rutschfesten austauscht. Das zog weitere Beteiligte in dem Verfahren nach sich, so den italienischen Fliesenhersteller, den Großhändler und das mit der Planung beauftragte Meller Architekturbüro.

Das Landgericht hat einen Gutachter beauftragt, die Fliesen zu überprüfen. Dessen schriftliche Stellungnahme steht noch aus, aber als vorläufiges Ergebnis gilt, dass Fliesen mit zu geringer Rutschfestigkeit verlegt worden sind.

Während Lutz Brodersen, von der Stadt beauftragter Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht in Stade, sich auf seine Schweigepflicht berief, bestätigte Jan Boving als Anwalt des Fliesenverlegers, dass auf das Gutachten gewartet werde. Dann werde sich entscheiden, welcher der Beteiligten in Regress genommen werde. Bei falsch gelieferten Fliesen müsste sein Mandant den Großhändler in Haftung nehmen, der sich wiederum am Hersteller schadlos halten würde. „Das ist ein Riesenunternehmen in Italien, und meine Hoffnung ist, dass dieser Hersteller direkt an die Stadt zahlt“, sagte Boving. Diese Regelung hätte den Charme, dass die dann rutschfesten Fliesen zum Herstellerpreis geliefert werden könnten.