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Bilder erzählen Geschichte Kunstverein Melle auf Gut Ostenwalde

Von Marita Kammeier | 10.06.2014, 19:10 Uhr

So vielfältig wie das Leben, so abwechslungsreich und farbenfroh haben zehn regionale Künstler ihre Bilder und Holzskulpturen präsentiert. Die Gemeinschaftsausstellung des Kunstvereins Melle beeindruckte die Besucher in der Orangerie des Gutes Ostenwalde.

„Das ist bereits die zweite Gruppenausstellung aus den Reihen unserer Mitglieder und bedeutet eine große Bereicherung und Inspiration“, begrüßte Barbara Manke, Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur, zu Pfingsten die Besucher der Vernissage.

Unter dem bezeichnenden Titel „Kunstvielfalt“ wurden mit verschiedenen Techniken und Materialien der bildenden Kunst ganz unterschiedliche Exponate und Stilrichtungen geschaffen, erzählte Gabi Hörsting als Koordinatorin der Ausstellung. Die persönliche Note jedes einzelnen Künstlers sei dabei deutlich zum Ausdruck gekommen. Jedes der vorgestellten Kunstwerke erzählte eine eigene Geschichte: Leuchtende Farben und reduzierte Formen waren klar dem Expressionismus zuzuordnen, während andere Bilder eher impressionistische Züge oder Einflüsse des Kubismus zeigten. Pastellfarbene, übermalte Collagen mit dem Titel „global connection“ berichteten von Reisen in alle Welt, Landschaftsmalereien dagegen von der Liebe zur Natur. „Ich möchte die Schönheit der Natur darstellen“, sagte Heide Wachholz, die seit ihrer Schulzeit Ölbilder und Aquarelle malt. Acryl- und Ölfarben in Kombination mit abstrakten Mischtechniken, zum Teil über Siebdruck auf Papier, verwendete Gabi Hörsting. Für das Bild „Eruption“ benutzte die Malerin die Materialien Asche und Pigmente. Die Lust an kräftigen Farben, klaren Linien und fließenden Übergängen kennzeichneten die Arbeiten von Doris Bußmann. „Meine Kompositionen entwickeln sich während des Malprozesses“, erklärte die Künstlerin. Am Beispiel der Arbeit „Schmelzender Schnee“ erläuterte sie den Vorgang: Ein Schneeball wurde mit Aquarellpigmenten auf Papier gelegt und in dieser Form zum Bild gestaltet. Die großformatigen Arbeiten von Barbara Niehoff zogen die Besucher ebenso magisch an wie die mit Leinen und Federn kreierten Collagen „Hommage“ von Ellen Kesten. Beeindruckend waren auch die farbintensiven, in kunstvoller Technik angefertigten Bilder von Renate Jurgelucks: Die „Rote Frau“ entstand in Spachteltechnik und Kohle, das „Paar in blau“ im Kaltnadeldruck. Seit zehn Jahren arbeitet Erhard Scholz mit Holz, das er aus dem Riemsloher Sägewerk holt. So auch den Akazienstamm für die Skulptur mit Teufels- und Schlangenmotiven nach der griechischen Sage. Die Besucher in der Orangerie waren angetan von den ausgestellten Kunstwerken in stilvollem Ambiente. Martin Kristen war extra aus Bielefeld gekommen und meinte: „Die Vielfalt der abgebildeten Stile ist interessant.“