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Begabung für Handarbeit Melle: Günter Schlendermann liebt Schnitzen, Säge und Pinsel

Von Conny Rutsch | 10.06.2015, 13:58 Uhr

Es gibt wohl nichts, was er nicht kann. „Klavierspielen kann ich nicht“, lacht Günter Schlendermann. Na gut, muss auch nicht jeder können. Dafür hat der Oldendorfer mit zweiter Heimat Buer Sinn für Schnitzmesser, Säge oder auch haarfeine Aquarellpinsel.

Seine großen und kleinen Holzreliefs aus Lindenholz mit Kindern, Blumenmotiven oder dem Jahreszeitenreigen schmücken Wände. Die geschnitzte Wetterstation mit digitalem Messgerät in der Mitte bringt mehr als einen halben Quadratmeter Größe mit.

Weitere Wände sind von Schlendermanns großen gemalten Bildern in Aquarell oder Acryl besetzt. Landschaften vom Meer bis zu den Bergen, Tier- und Blumenbilder laden den Betrachter zum Träumen ein.

Freund von Details

Ein großes Projekt – handgemacht selbstverständlich – war der Bau einer Pergola vor der Küche am Haus seiner Lebensgefährtin. Mit Säge und Schnitzmesser schuf er aus Lärchenholz ein außergewöhnliches Ständerwerk, das oben ein Rankgitter aus Stahldrähten besitzt. Blau- und Weißregen sollen in den nächsten Jahren den Sommersitz, der mit einer Hollywoodschaukel bestückt ist, bewachsen. „Das ist dann unsere Bauernstube“, erklärt Günter Schlendermann augenzwinkernd. Auf den äußeren Fensterbrettern vor den Küchenfenstern machen mit üppigen Geranien bepflanzte Blumenkästen diesen Eindruck perfekt.

Im Winter und auch jetzt noch füttert er als allererstes morgens die Vögel. „Damit wir beim Frühstück den Piepmätzen zuschauen können“, sagt er. Und dann hatte er wieder eine kreative Idee. Mit dem Aquarellpinsel malte er den selbstgeschnittenen Pergolapfosten mit all den Gartenvögeln, die ihn und seine Lebensgefährtin besuchen kommen. Blau- und Kohlmeisen, Buchfink, Spatz oder Rotkehlchen versammeln sich dort. „Ich bin ein Freund des Details“, erklärt der Hobbykünstler. „Eine Meise muss auch wie eine Meise aussehen.“ Das Malen liegt dem gelernten technischen Meister im Blut. „Drei Onkel von mir haben das künstlerische Maltalent, davon hab ich wohl etwas abbekommen,“ glaubt er. Die Kinderporträts, die er mit Bleistift zeichnet, wirken mit der gekonnten Schattentechnik äußerst lebendig.

Günter Schlendermann nutzt seine handwerklichen Fähigkeiten für vielerlei Arbeiten. „Man braucht eben eine Beschäftigung“, sagt er bescheiden. Seine Partnerin trägt um den Hals an einem Lederband einen kleinen Holzengel, geschnitzt von – naja, klar und keine Frage.