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Bandcontest mit 1000 Konkurrenten Meller Band gewinnt Vorentscheid

Von Marek Majewsky, Marek Majewsky | 24.02.2017, 12:55 Uhr

Nichtmal ein Jahr machen die fünf Meller von „Renegades“ gemeinsam Musik und bringen schon viel mit, was angehende Rockstars brauchen: Erfolge, Herausforderungen und eine Liebesgeschichte.

Schlagzeugbeats durchdringen den Körper, E-Gitarrenriffs hämmern auf das Trommelfell und Bässe lassen die Fenster des Proberaums in Gerden wackeln. „Ja, unsere Musik muss fetzen“, lacht Gitarrist Felix Spieß, nachdem der Berichterstatter auf seinen leichten Tinnitus aufmerksam gemacht hatte.

Der Proberaum der Band ist ein helles hölzernes Gartenhaus mit allem, was das die Musiker brauchen. Ein Sofa reiht sich an eine Bar, daneben eine gewaltige Wand aus Verstärkern, Instrumenten und mitten im Raum ein Schlagzeug. Ursprünglich hatte die Hütte dem Vater von Drummer Matthias Schomöller gehört, da sie jedoch nur selten eine Verwendung fand, wurde die Hütte kurzerhand zum Proberaum.

Seit einem dreiviertel Jahr spielen die Bandmitglieder in der aktuellen Konstellation zusammen. Vorher haben sie jeweils in anderen Gruppen Musik gemacht. Dennoch kennen sich die Bandmitglieder gut. Die Meller sind seit mindestens zehn Jahren befreundet, teilweise länger. Obwohl die Musiker studienbedingt nur alle paar Wochen zusammen proben können, haben sie es geschafft, eine von vier Bielefelder Vorrunden zu gewinnen, sodass sie nun im Stadtfinale des „SPH Bandcontests“ stehen. Die Organisatoren bezeichnen den Wettbewerb als größten Bandcontest Deutschlands, mehr als 1000 Bands treten gegeneinander an. Der Contest wurde 2008 in Montabaur (Rheinland-Pfalz) gegründet. Das Kürzel SPH steht dabei für die anfangs vertretenen Musikrichtungen Ska, Punk und Hardcore.

Damit passt die Band Renegades recht gut in die Tradition des Wettbewerbs. Denn der Stoner- und Hardrock, den die Band produziert, lässt sich der Subkultur „Indie-Rock“ zuordnen, zu der auch Ska, Punk und Hardcore gehören. Mittlerweile gibt es ein Repertoire an selbst komponierten Liedern. In den Texten verarbeiten sie ihre persönlichen Lebenserfahrungen. Beispielsweise träumte Sänger Toan Ngo im Urlaub von seinem verstorbenen Freund Ole und prägte sich die Worte „Full little man“ ein, die zum gleichnamigen Song verarbeitet wurden.

Außerdem führte die Band bereits ein Liebespaar zusammen. Als sich das Quintett gerade gründete und Selina Warner, eine Freundin der Band, ein Fotoshooting mit einer Bekannten organisierte, funkte es zwischen Gitarrist Frerk Wilken und der Mediengestalterin Anna Oestreich. „Die Jungs haben ein bisschen gezockt, ich habe Fotos gemacht und dann sind wir in Kontakt geblieben“, freut sich Oestreich.

Das Stadtfinale in Bielefeld findet am 10. März statt, die Karten kosten acht Euro. Wer Lust hat, die Meller Musiker zu unterstützen kann die Band auf Facebook anschreiben oder Karten an der Abendkasse kaufen. Außerdem werden die fünf bei „Rock bei Kurt“ im August in Gesmold auftreten.