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Backhaus kritisiert Bauherren Melles erster Solarpark entsteht

Von Christoph Franken | 29.09.2011, 16:13 Uhr

Die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses haben während ihrer Sitzung am Mittwochabend grünes Licht für den„Solarpark Melle“ gegeben. Damit können auf einer Fläche von 5,7 Hektar südlich des Sportflugplatzes und beidseitig neben der Autobahn Solarmodule aufgestellt werden.

Die bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen gehören der Familie des Landwirts und Landtagsabgeordneten Ernst-August Hoppenbrock. Er und sein Sohn wollen dort die Solar-Kollektoren errichten lassen. Bereits im März hatte der Stadtrat einvernehmlich einer Änderung im Flächennutzungsplan zum „Sondergebiet Solarpark“ zugestimmt. Das Vorhaben gilt bei den Fraktionen als unstrittig, da es dem Ziel der Stadt, den Anteil regenerativer Energiequellen im Stadtgebiet zu erhöhen, entgegenkommt. Außerdem versiegeln solche Anlagen nicht den Boden und lassen Regenwasser ungehindert ablaufen. Im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme sollen breite Uferstreifen am angrenzenden Violenbach renaturiert werden.

Die Ausschussmitglieder stellten mit ihrem Votum die Änderung des Flächennutzungsplanes fest und gleichzeitig den vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf. Die Beschlüsse stehen unter dem Vorbehalt, dass ein entsprechender Durchführungsvertrag abgeschlossen wird.

In den Stellungnahmen der Fraktionssprecher während der Sitzung wurde deutlich, dass es keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Solarpark gibt. Auf die Frage, wann es denn losgehe, antwortete Bauamtsleiter Rainer Mallon: So schnell wie möglich. Daraufhin sagte Ausschussvorsitzender Friedhelm Zingel: „Wieso, die ersten Pflöcke stehen doch schon.“

Tatsächlich haben die Arbeiten auf der Fläche südlich der Autobahn bereits begonnen. Dort stehen inzwischen Hunderte von Metallstreben in der Erde, die die Kollektoren tragen sollen. Auch die grünen Stahlzäune zu Absicherung des Areals liegen neben den Baucontainern.

Das wiederum ärgerte FDP-Ratsherr Wilhelm Backhaus: Es sei nicht in Ordnung, dass sich Politiker mit Flächennutzungs- und Bebauungsplänen für das Projekt beschäftigten, während der Bauherr gleichzeitig schon loslege. „Wenn das ein kleiner Häuslebauer täte, bekäme er Ärger“, sagte der Liberale. Stadtbaurat Malte Schönfeld meinte an dieser Stelle, es seien im Rahmen des Vorhabens auch Teilgenehmigungen erteilt worden. „Das ist trotzdem nicht in Ordnung“, verwies Backhaus auf die Entscheidungshoheit des Ausschusses.