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Ausschuss beriet Gewerbegebiet Gesmold „Wir schieben das Problem sonst die Else runter“

Von Christoph Franken | 30.09.2011, 13:48 Uhr

Die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses beschäftigten sich in ihrer Sitzung diese Woche nicht nur mit dem Thema „Solarpark Melle“, sondern beschlossen unter anderem auch die Aufstellung der Änderung des Flächennutzungsplanes im Gewerbegebiet Gesmold.

Nötig wird diese Änderung, weil sich die dortige Firma DPD vergrößern will und außerdem dort eine neue Tankstelle entsteht. Die Ausschussmitglieder Michael Weßler und Maria Bredenstein (beide CDU) lobten den vorgelegten Entwurf der Verwaltung. „Insbesondere die breiten Grünstreifen nach Norden hin schützen die Anlieger vor Emmissionen“, sagte Weßler, der auch Ortsbürgermeister von Gesmold ist.

Sprecher von Grünen, SPD und FDP hatten allerdings Bauchschmerzen mit der Tatsache, dass die Flächen vollständig im Überschwemmungsgebiet der Else liegen. „Eine weitere Vergrößerung des Gewerbegebietes verschärft die Situation, und es gibt keine Vernetzung mit dem angekündigten Hochwasserkonzept der Stadt“, kritisierte George Trenkler (Die Grünen) als Erster diesen Aspekt. Aus diesem Grund werde er auch gegen die Beschlussvorlage stimmen. Annegret Mielke (SPD) erinnerte in diesem Zusammenhang an die starken Überschwemmungen im Sommer vergangenen Jahres.

Auch Wilhelm Backhaus (FDP) äußerte sich selbstkritisch: „Wir haben es uns in Melle zu eigen gemacht, mit Gewerbeflächen in Überschwemmungsgebiete zu gehen, wir haben es in Bruchmühlen getan und setzen das jetzt in Gesmold fort.“ Backhaus regte an, das Wasser der Else bereits im Vorfeld einer Überschwemmungslage aufzufangen. Dazu benötigten die Meller Informationen darüber, wie beispielsweise die Bissendorfer das Wasser auffingen. „Wir schieben das Problem sonst die Else runter.“ Der Liberale appellierte an die Verwaltung, das Problem anzupacken und darzustellen.

Ausschussvorsitzender Friedhelm Zingel verwies darauf, dass es sich bei der Vorlage zunächst nur um den Aufstellungsbeschluss handele und damit die Arbeit an der Detailplanung erst beginne. Stadtbaurat Malte Schönfeld sagte: „Wir werden das, was Sie hier vorschlagen, in den Entwurf einarbeiten.“ Daraufhin stimmten CDU, FDP und SPD der Vorlage zu.

Dem Gebiet zwischen Oldendorfer Straße und Elektro-Fachmarkt soll wieder mehr Leben eingehaucht werden. Dem dient ein neuer Bebauungsplan, den die Ausschussmitglieder gegen die Stimme von George Trenkler auf den Weg brachten. Ziel ist es, dort großflächigen Einzelhandel entstehen zu lassen, der das innerstädtische Angebot erweitert, ohne für die City-Geschäfte aber eine Konkurrenz darzustellen. Trenkler hatte „Nein“ gesagt, weil sich auch diese Flächen zum Teil im Überschwemmungsgebiet befinden.

Einstimmig gab der Ausschuss planungsrechtlich grünes Licht für die Absicht eines Einkaufsmarktes an der Barkhausener Straße in Buer, der einen Getränkemarkt integrieren möchte.