Ein Artikel der Redaktion

Angriff auf die Lachmuskeln Premiere: Meller Waldbühne spielt „Pension Schöller“

Von Christina Wiesmann | 12.06.2016, 12:31 Uhr

Irrungen und Wirrungen, ein kauziger Major und ein Schauspieler, der das L verloren hat – welch herrlicher Spaß. Am Samstag hielt die „Pension Schöller“ Einzug auf der Waldbühne. Und das humorvolle Stück, inszeniert von Fabian Joel Walter, wollten sich viele nicht entgehen lassen.

„Erschießen! Bumm, Bumm!“ – Major von Mühlen (Herbert Michels), salutierend im Stechschritt unterwegs, ist einer der speziellen Gäste, die in der Pension Schöller wohnen. Ein Streifschuss am Kopf soll einst für das Ende seiner militärischen Karriere gesorgt haben. Doch Kellner Hannes (Malte Brockmeyer) ahnt es schon: „Das war kein Streifschuss.“

Zugegeben: Die Pensionsgäste sind speziell: Die „wandelnde Weltausstellung“ Fritz Bernhardy (Harald Unger) trifft auf die quirlige Schriftstellerin Josephine Zillerthal (Dagmar Stachorra) alias „Baroness von Bissendorf“.

Inszenierter Zufall

Der Pensionsinhaber Ludwig Schöller (Ralf Kanke) ist der festen Überzeugung, er sei ein famoser Entertainer und Gattin Amalie (Karin Michels) hat nur eines im Sinn: Einen schneidigen Gemahl für Tochter Frieda (Maria Koepsel) anzuschleppen. Ein inszenierter „Zufall“, geschickt eingefädelt von seinem Neffen Alfred (Patrik Buch) und Kellner Hannes, bringt Lazarus Klappstroth (Mario Buletta) schließlich in die Pension Schöller.

Ein Irrenhaus?

„Man muss das Unmögliche möglich machen“, findet Hannes nämlich. Für Lazarus Klappstroth, der plant, ein „Nervenheilsanatorium“ zu eröffnen eröffnet sich so die einmalige Gelegenheit Mäuschen zu spielen. Denn: Alfred und Hannes haben ihrem Onkel erzählt, bei der Pension Schöller handele es sich um ein Irrenhaus.

Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf. Zunächst trifft Lazarus Klappstroth auf den Pensionsinhaber/Irrenhausleiter Ludwig Schöller. „Im Weißen Rössl am Wolfgangsee…“, singt dieser lautstark und Lazarus Klappstroth staunt: „Der ist aber auch nicht ganz normal!“

Noch einer mit Macke

Leopold Schöller (Mirco Bäumer), Neffe des Pensionsinhabers und verkannter Schauspieler, besticht mit einer ganz anderen „Macke“. Er hat das L verloren und bringt das Publikum mit seinem Kauderwelsch permanent zum Lachen. Mit „Hanno, Kenner! Zahnen!“ ruft er Kellner Hannes herbei. Und das Publikum staunt, wie es Mirco Bäumer gelingt, das gesamte Stück über den eigenwilligen Sprachstil rigoros durchzuhalten. Für Lazarus Klappstroth hingegen ist klar: „Der ist der Beste überhaupt!“

Ein Stück, das voller Irrungen und Wirrungen steckt und einige ungeahnte und lustige Fügungen mit sich bringt.