Ein Artikel der Redaktion

An BWL-Studenten Meller Unternehmer gaben Infos aus erster Hand

10.06.2016, 16:53 Uhr

Wirtschaftsförderer und 20 Osnabrücker BWL-Studenten informierten sich jetzt in zwei Meller Unternehmen.

Im Mittelpunkt des Seminars bei Spartherm Feuerungstechnik und Solarlux standen Fragen zur Unternehmensführung in mittelständischen Unternehmen.

Der Inhaber und Gründer der Spartherm Feuerungstechnik, Manfred Rokossa, verdeutlichte den Zuhörern seine Beweg- und Motivationsgründe, die vor rund 30 Jahren zur Gründung seines Unternehmens geführt hatten. Seinerzeit sei noch nicht abzusehen gewesen, dass sich aus der Zwei-Personen-Schlosserwerkstatt innerhalb weniger Jahrzehnte „der europäischen Branchenführer mit rund 1.000 Mitarbeitern im In- und Ausland“ entwickeln sollte. Das Erfolgsrezept des Unternehmensgründers: „Es ist wichtig, sein Ziel niemals aus den Augen zu verlieren und dieses unbeirrt zu verfolgen“, machte Manfred Rokossa deutlich. Hinzu komme der Verzicht auf Freizeit und Privatleben. Und: „Um den Unternehmenserfolg langfristig zu garantieren, müssen betriebliche Gewinne immer wieder in das Unternehmen investiert werden“, lautete eine weitere grundsätzlichen Empfehlung des Gründers.

Offene Worte

„Die sehr persönlichen und offenen Worte nahmen die Studentinnen und Studenten begeistert auf – und manch ein guter Rat des erfahrenem Inhabers wird den jungen Studierenden in Erinnerung bleiben“, erklärte Melles Wirtschaftsförderer Hartwig Grobe. Der Besuch der Firma Spartherm schloss mit einer Betriebsführung ab.

Produktion im Stall

Während des Aufenthalts beim Wintergartenhersteller Solarlux stand der Austausch mit Geschäftsführer Stefan Holtgreife, dem Sohn des Unternehmensgründers Herbert Holtgreife, im Mittelpunkt. Mit offenen und sehr persönlichen Worten erläuterte der junge Unternehmer die Entstehungsgeschichte der Firma aus seiner Sichtweise als Sohn des Firmengründers. Dabei bescheinigte er seinem Vater „eine gehörige Portion Wagemut und Durchhaltevermögen, besonders in der Aufbauphase des Unternehmens“.

So sei Herbert Holtgreife in den 1980er Jahren zusammen mit Heinz Theo Eggert für eine Firma im Sauerlang tätig gewesen, die Kunststofffenster verkaufte, berichtete der Juniorchef. Auf einem Bierdeckel hätten die beiden dann das Modell eines Faltsystems entwickelt – und in einem Kuhstall seien die ersten Prototypen entstanden.

Mutiger Schritt

Sowohl Herbert Holtgreife als Heinz Theo Eggert waren von ihrer Geschäftsidee dermaßen überzeugt, dass sie ihre Anstellung aufgaben und den Schritt in die Selbstständigkeit wagten. Das erste Geschäftsjahr startete verlustreich – es wurde so gut wie nichts verkauft. Auch nach dem plötzlichen Tod des Geschäftspartners Eggert – er verstarb im Jahre 1990 – hielt Herbert Holtgreife weiter an den Zielen fest und baute seine Aktivitäten zusammen mit seinen Mitarbeitern systematisch aus.

„Ohne gute Mitarbeiter ist man nichts“, stellte Holtgreife fest. Daher sei Mitarbeiterorientierung und ein insgesamt gutes Betriebsklima eine wichtige Grundlage für ein erfolgreiches Unternehmen. Abgerundet wurde der Besuch in der Firma Solarlux durch eine Betriebsbesichtigung.