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Am 2. und 3. Juli Internationales Schnauferl-Treffen am Automuseum Melle

Von PM. | 30.06.2016, 18:09 Uhr

Am kommenden Wochenende ist wieder Schnauferl-Treffen am Automusum. Kfz-Schätzchen aus aller Welt werden erwartet.

Seit vielen Jahren finden sich beim Automuseum die ältesten und schönsten Automobile der Welt zu einem ganz außergewöhnlichen Treffen zusammen. Die Teilnehmer fühlen sich auf einer fünftägigen Tour wie bei einer Ausfahrt unter Freunden vor 100 Jahren. Auf kleinen verschwiegenen Nebenstraßen genießen sie die Schönheiten der Region und besuchen interessante Plätze.

Am besten können Interessierte diese automobilen Schmuckstücke am Samstag, 2. Juli, morgens ab etwa 9 Uhr beim Start im Automuseum erleben oder um etwa 14.15 Uhr im Grönenbergpark. Heiner Rössler vom Automuseum wird jedes einzelne der Fahrzeuge fachkundig erläutern. Wie immer kommen die Teilnehmer aus aller Welt: Großbritannien, Australien, USA, den Niederlanden, Belgien, Österreich und natürlich Deutschland.

Ein Who‘s Who des Automobilbaus der Pionierzeit

Die Fahrzeugliste liest sich wie ein Who‘s Who des Automobilbaus der Pionierzeit. Die meisten der seinerzeit so bedeutenden, klangvollen Namen sind heute längst vergessen. Um die Ehre des ältesten Fahrzeugs streiten sich ein Peugeot und ein Leon Bollée von 1896. Auch das jüngste Automobil kam schon vor dem Ersten Weltkrieg auf die Straßen. Sogar mehrere Dampf-Wagen werden teilnehmen, darunter einige berühmte Stanley Steamer, die damals als die schnellsten Automobile der Welt galten.

Der Anlasser war noch nicht erfunden

Karbidscheinwerfer, Messingbeschläge, Karosserien aus Holz, fehlende Windschutzscheiben (es gab noch kein Sicherheitsglas, also war das die sicherste Möglichkeit) oder Andrehkurbeln (der Anlasser war noch nicht erfunden) sind nur einige der Besonderheiten dieser Wagen, bei deren Anblick man sich unwillkürlich um 100 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt fühlt.

Ein Einspeichenlenkrad 50 Jahre vor Citroen

Mit einem Leon-Bollee-Dreirad fuhr Rolls noch vor seiner Royce-Zeit erfolgreich Rennen. De Dion Bouton war damals die größte Autofabrik der Welt, auch der erste Wagen in der Meller Region war ein De Dion Bouton, man kann ihn heute noch im Automuseum bewundern. Der Humber hatte schon damals ein Einspeichenlenkrad (50 Jahre vor Citroen), er musste gegen den Uhrzeigersinn angekurbelt werden. Das galt auch für den Brush, dessen Chassis und sogar dessen Achsen aus Holz waren. Frank Thomson war so begeistert von der Atmosphäre in Melle, dass er diesmal seine beiden Brüder mitbrachte: Ein White Dampfauto und ein schottischer Argyll und ein Stanley sind ihre Gefährte.

Mit dem Hispano-Suiza fuhr die Pariser High Society

Brennabor war einmal die größte deutsche Automobilfabrik. Panhard & Levassor war in der Pionierzeit bekannt für erstklassige Qualitätsautos. Mit dem Hispano-Suiza fuhr die betuchte Pariser High Society zum Sommerurlaub an die Cote Azur. Napier machte Rolls-Royce Konkurrenz.

„Für Deutschland ist eine solche Veranstaltung einmalig. Viele, teils sehr prominente Veranstalter versuchen seit Jahren das Konzept des Automuseums Melle zu kopieren, ein Erfolg für sie ist dabei regelmäßig ausgeblieben“, freut sich Heiner Rössler.